3 Jahre alter Retriever-Corgi spielt nicht

Olarot

Newbie
Guten Abend,
Ich habe mich ja bereits vorgestellt. Deshalb hier nur noch das Wichtigste. Unser Hund Bex ist seit gut zwei Monaten bei uns. Er stammt wohl auf einem russischen Tierheim und hat im letzten Jahr bei einer Familie in Berlin gelebt.
Wir hatten vor ihm ein ganzes Hundeleben lang eine Labrador Rottweiler Hündin.
Bex spielt also kaum. Das einzige was ihm Spaß macht ist mit uns zu raufen indem er ganz sanft nach unseren Händen schnappt. Das ist irgendwie nicht so ideal. Aber zumindest etwas, was ihn begeistert. Ansonsten haben wir schon einiges versucht. Uns geht's nicht so sehr darum, dass er uns nun bespaßen soll. Aber wir haben das Gefühl, dass er sich so zu wenige bewegt und auch zu wenig Kopfarbeit hat. Er liebt es gestreichelt zu werden und kuschelt sich gerne nah an uns ran. Er ist ansonsten auch entspannt.
Zu unseren Versuchen:
Aportieren findet er langweilig. Bällen rennt er überhaupt nicht hinterher. Wir üben gerade mit einem Aportiermäppchen mit Futter drin. Das Prinzip hat er verstanden. Lustlos bringt er es mir 3-4 mal und freut sich über das Futter. Aber dann legt er sich neben mich und ignoriert mein Werfen.
Verstecktes Futter sucht er auch höchstens 10 Sekunden.. Dann legt er sich auch hin. Seltsam, denn er ist eigentlich sehr verfressen. Wir haben so ein Denkspiel besorgt bei dem er einen Hebel drücken muss usw. Das macht er einmal. Aber dann legt er sich wieder hin. Da kann rohes Fleisch drin sein. Die Anstrengung scheint ihm zu viel zu sein.
Mit anderen Hunden zu spielen ist auch nicht so leicht.. Er ist interessiert. Das Spiel beginnt oft vielversprechend. Pfoten nach unten und Hintern hoch. Aber nach kurzer Zeit schaltet er in einen anderen Modus und wird pöbelig. Bellt die Hunde an. Will auf sie drauf. Gestern hat er dann mitten im. Spiel ein Loch gefunden und hat es bewacht. Als der andere Hund dazukam und mal schauen wollte hat er ihm die Zähne gezeigt und ihn weggeknurrt. Bis jetzt waren alle Hunde irgendwie eingeschüchtert und sind dann gegangen.
Wir treffen uns in 10 Tagen mal mit einer Hundetrainerin. Wir kapieren nicht so richtig, ob er spielt oder was er macht.

Ansonsten haben wir versucht mit ihm zu joggen oder Radzufahren. Da läuft er schon mit. Aber kommt nicht in eine schnellere Gangart.

Er rennt bisher also quasi nur, wenn wir uns weit weg voneinander stellen und ihn hin und herrufen. Alleine auf ner Wiese riecht er an Blümchen.

Wir sind irgendwie verwirrt. So ein junger gesunder Retriever Corgi Mix müsste doch eigentlich Feuer unterm Hintern haben. Er wirkt auch nicht unausgelastet. Wir wohnen in der Stadt. Er ist dreimal am Tag draußen. Im. Schnitt 1,5 Stunden insgesamt. Also jetzt nicht super lang. Er will, hat er die Wahl, übrigens immer dann heim.

Habt Ihr Ideen?
Vielleicht noch spannend fürs Gesamtbild ist, dass ich das Gefühl habe, dass er denkt, dass vor allem ich ohne ihn nicht klarkommen. Er folgt mir auf Schritt und Tritt.
 

RosAli

Stammuser
Erster Hund
Rosie/Yorkie-Pinscher-Mix
Zweiter Hund
Ali/AmStaff
Erste Frage wäre, ob gesundheitlich alles abgeklärt ist. Vllt. mag er sich nicht so bewegen, weil er irgendwo Schmerzen hat?
Sollte da alles okay sein, habe ich noch andere Theorien.

Erstmal spielen Hunde nur, wenn sie sich wirklich sicher fühlen. Bex ist grad mal 2 Monate bei Euch, der ist wahrscheinlich noch in der Eingewöhnungsphase. Sowas kann durchaus einige Monate dauern, bis der Hund wirklich Vertrauen hat und "angekommen" ist.
Und wenn er nicht unausgelastet wirkt, wird er noch genug damit zu tun haben, alles Neue zu verarbeiten.

Und - nicht jeder Hund spielt wirklich gern. Kommt auch drauf an, wie er aufgewachsen ist, und wie er überhaupt charakterlich so ist.
Auch sein Verhalten mit anderen Hunden würde ich für Überforderung halten. Er möchte vllt. gern spielen, so ein bißchen, und dann wird es ihm doch zuviel und er fängt an rumzupöbeln.
Möglicherweise ist die Gruppe auch einfach zu groß. Mein Ali kommt mit mehreren fremden Hund auf einmal garnicht klar und neigt dann zu Komplettausrastern. Während er mit einzelnen Hunden, die er langsam kennenlernen konnte, sehr sozial ist.

Weiterhin spielt auch jeder Hund anders. Manche spielen nicht mit Spielzeug, warum auch immer. Eurer bietet es ja an, körperlich mit Euch zu spielen. Mit euren Händen. Ich würde das annehmen. Zumal er ja anscheinend vorsichtig mit euren Händen umgeht.

Apportieren? Die meisten meiner Hunde waren und sind der Meinung "wenn du es wegschmeißt, kannst du es auch selbst wieder holen". Ein oder zwei mal gnädigerweise vllt., aber dann ist Ende.

Joggen oder am Rad laufen - kann man, muß man aber nicht zwingend. Manche Hunde machen es gern. Aber ich hab jetzt z.B. mit Ali auch einen, der es lieber gemütlicher angehen läßt. Der gern immer wieder stehen bleibt und ausgiebig rumschnuffelt. Sich auf der Wiese wälzt und ansonsten in einem eher gemütlichen Trab unterwegs ist.
Sein Vor-vorgänger (die gleiche Rasse) war ein Powerhund, der hat mich mit Begeisterung samt Fahrrad gezogen.

Das Bex immer wieder heim will, kann auch damit zusammenhängen, das er sich dort schon sicherer fühlt und gern zuhause ist. Und das er Dir überall hin folgt, sehe ich eigentlich nicht als Kontrolle, das er Dich kontrollieren will, weil er Dir nichts zutraut. Sondern eher, das er sich versichern will, das Du nicht plötzlich verschwindest.
Du mußt seine Herkunft betrachten, er kommt aus einem TH, war dann in einer Familie, wurde wieder weitergegeben und hat seine Bezugspersonen verloren. Solche Hunde "klammern" anfangs oft.

Im großen und ganzen meine ich, laß die Dinge ruhig angehen. Nimm an, was Bex von sich aus anbietet und laß ihm Zeit. Solange er insgesamt zufrieden und ausgeglichen wirkt, solltest Du nicht in Aktionismus verfallen.
 

Hermelin

Stammuser
Erster Hund
Hermes / Whippet (6)
Zweiter Hund
En-Lil / Whippet (1)
Grundsätzlich stimme ich @RosAli komplett zu.
Ein Gedanke noch zu den "Spielen" mit euch, die er so schnell abbricht:
Vielleicht kennt er diese Art zu spielen einfach noch nicht. Wenn ihr wollt, dass er sie mit euch spielt, müsst ihr sie ihm vielleicht kleinschrittiger schmackhaft machen.
Beim Intelligenzspielzeug ist das vielleicht: erst die Belohnung gut erreichbar rein legen.
Dann nur halb abdecken. Dann so, dass er die Abdeckung nur minimal bewegen muss...
Und immer nach ganz kurzen Einheiten wieder aufhören.
Nicht so lange warten, bis er von selbst abbricht.
 

Olarot

Newbie
Ja, ich bin mir sicher, dass er die Spiele noch nicht kennt. Wir machen es so, wie du vorschlägst. Er macht es auch immer dann mindestens einmal. Aber halt so für uns. :)

Wir gehen übrigens auch nicht auf Hundeplätze auf denen viele Hunde sind. Den Gedanken der Überforderung hatten wir auch.... Und für uns ist es ja auch nicht so super entspannt, wenn unser Hund da die Hunde so aufmischt. 😅 An der Leine ist er übrigens super entspannt.
 

TinaH

Stammuser
Erster Hund
Neo/PdAE (2009)
Zweiter Hund
Willow/PdAE (2011)
Dritter Hund
Smilla/´PdAE (2015)
Er wird einfach Spiele nicht kennen.
Und evtl. muss man sich von dem Gedanken "mein Hund muss doch mit anderen spielen" auch verabschieden.
Nicht jeder Hund will mit anderen spielen - meine 3 auch nicht und sie spielen auch nur sehr selten miteinander.
Sie sind halt erwachsen, Hunde sind ja nicht immer vom Verhalten wie Kindergartenkinder.
 

Olarot

Newbie
Ja. Das stimmt. Er will ja aber gerne. Er ist schon interessiert.

Aber wie gesagt. Mir geht es irgendwie insgesamt darum ihn besser auszulassen. Habe irgendwie die Vorstellung, dass so ein 3 Jahre alter Corgi Labrador Mix sich eigentlich gerne bewegen müsste. 😅
Aber mir helfen Eure Gedanken schon sehr. Ich merke, ich entspanne mich.
 

Tiffany

Stammuser
Sein ganzes Leben wurde nicht nur einmal völlig auf den Kopf gestellt.
Der Kleine ist jetzt drei Jahre alt und grad mal 8 Wöchelchen bei Euch: laß ihn erstmal ankommen! Sich daheim fühlen.
Der weiß doch noch gar nicht, wie ihm geschieht.....

Gib ihm ein halbes, besser ein ganzes Jahr. Dann zeigt er seinen wahren Charakter und seine Bedürfnisse.


Verlange nichts von ihm. Laß ihn einfach Hund sein.
 

Tiffany

Stammuser
Vielleicht noch spannend fürs Gesamtbild ist, dass ich das Gefühl habe, dass er denkt, dass vor allem ich ohne ihn nicht klarkommen. Er folgt mir auf Schritt und Tritt.
Nee, genau anders rum. Der arme Kerl hat sich DICH ausgesucht und kommt OHNE DICH NICHT KLAR.

Er hat doch noch gar keine Orientierungspunkte.


Gib ihm die Stärke, den Schutz, den er braucht, und sei für ihn da.



Das andere sagte ich schon: laß ihn einfach Hund sein. Völlig egal, was und wann er irgendwann mal spielen will oder eben auch net.
 

Hundeforum.com - Partnerseiten :
Gesundheitstreff.de | Veggieforum.de | Tierfreund.com

Oben