Zusammenführung von (vorbelastetem) Hund und zwei Katzenbabys

@Bubuka:
Ne, grob werden ist auch keine Lösung.
Aber ja, das hat er relativ schnell kapiert. Habe diesen Zusammenhang irgendwie noch gar nicht gezogen. Grenzen können auch auf freundliche, aber bestimmte Art und Weise gezogen werden :)

Ja, er kann ihn wirklich überall abrufen.
Nur ist mein Vater halt auch nicht immer da - und hat ihn nicht 24/7 im Blick, aber fürs Training soll er den Anfang machen.
 

Bubuka

Stammuser
Nur ist mein Vater halt auch nicht immer da - und hat ihn nicht 24/7 im Blick, aber fürs Training soll er den Anfang machen.
Es reicht auch, wenn man die Tiere erstmal für 10-15 Minuten pro Tag zusammenführt.
Das dehnt man dann auf eine halbe Stunde oder eine Stunde aus.
Der Hund sollte immer entspannt bleiben (der Mensch erst recht), sonst muss man den Abstand vergrößern oder erstmal abbrechen und den Hund wieder rausbringen. Ich würde den Hund schon ermahnen, wenn er die Katzen fixiert mit dem Blick oder wenn er sich anspannt.
Entspanntes Schauen wird gelobt.

Hier sind auch noch ein paar Beiträge zum Thema:



Wenn die Katzen doch mal in den Garten dürfen, muss man wieder vorsichtig anfangen.
Der Hund muss erst lernen, dass draußen die gleichen Regeln wie im Haus gelten.
 

RosAli

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Es reicht auch, wenn man die Tiere erstmal für 10-15 Minuten pro Tag zusammenführt.
Das dehnt man dann auf eine halbe Stunde oder eine Stunde aus.
Der Hund sollte immer entspannt bleiben (der Mensch erst recht), sonst muss man den Abstand vergrößern oder erstmal abbrechen und den Hund wieder rausbringen. Ich würde den Hund schon ermahnen, wenn er die Katzen fixiert mit dem Blick oder wenn er sich anspannt.
Entspanntes Schauen wird gelobt.
Wir haben auch unsere Übungseinheiten mit 10 min angefangen. So 2-3 mal täglich.

Anfangs war der Hund nach 10min einfach "durch". So viel Selbstbeherrschung war für ihn auch anstrengend. Und ich bin dann auch immer erstmal mit ihm raus in den Garten und hab ne Runde mit ihm gespielt, damit er Dampf ablassen konnte.

Das mit den Katzen im Garten war dann einfacher. Da mußten wir nur einige Male dran erinnern, das die gleichen Regeln gelten wie im Haus.

@Bubuka

Du kannst durchaus Recht haben, das auch einige Tage ausreichen für die Gewöhnung. Aber bei einem Hund, der ernsthaft versucht Katzen zu töten (keine Ahnung, was sein Vorbesitzer da mit ihm gemacht haben), gehe ich lieber auf Nummer sicher. Und ziehe das Ganze kleinschrittig über einen längeren Zeitraum durch.
 

Bubuka

Stammuser
Aber bei einem Hund, der ernsthaft versucht Katzen zu töten (keine Ahnung, was sein Vorbesitzer da mit ihm gemacht haben), gehe ich lieber auf Nummer sicher. Und ziehe das Ganze kleinschrittig über einen längeren Zeitraum durch.
Spricht auch nichts dagegen, es langsamer anzugehen.
Ich wollte nur sagen, dass wochenlanges Üben nicht sein muss.
Der Hund muss es akzeptieren
 
Es reicht auch, wenn man die Tiere erstmal für 10-15 Minuten pro Tag zusammenführt.
Das dehnt man dann auf eine halbe Stunde oder eine Stunde aus.
Ja, in kleinen Schritten beginnen. Lieber brauchen wir ein bisschen länger und es sind a) alle sicher und b) wird keiner überfordert.
Man merkt an den Tieren ja recht gut, wann es ihnen reicht.
Diese Grenze sollte meines Erachtens nicht überschritten werden.


Hier sind auch noch ein paar Beiträge zum Thema:
Da werd ich mal reinschauen, danke!

Du kannst durchaus Recht haben, das auch einige Tage ausreichen für die Gewöhnung. Aber bei einem Hund, der ernsthaft versucht Katzen zu töten (keine Ahnung, was sein Vorbesitzer da mit ihm gemacht haben), gehe ich lieber auf Nummer sicher.
Seh ich auch so :)


Es kommt aber letztlich immer auf den Einzelfall an.
Wir müssen einfach abwarten, wie er sich benimmt und auch wies den Katzen geht!

Vielen Dank für euren Input!
 

Crime

Stammuser
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Dritter Hund
Jack/Riesenschnauzer
Vierter Hund
† 01.07.2015
@mellimaus97 falls dir nur ein User hier im Forum "quer" liegt. Man kann einzelne User hier auch problemlos blockieren und hat dann seine Ruhe. 😉

Derweil kann man sich weiter Tipps von anderen Usern holen und diese wiederum im besten Fall an der geglückten Vergesellschaftung teilhaben lassen.
Ein Hund der problemlos mit Kaninchen und Hühnern zusammen lebt würde ich nicht unbedingt als "untherapierbar" bezeichnen. Ich kannte schon einige Hunde die nicht gut auf Katzen zu sprechen waren, mit Ausnahme der eigenen.

Und wenn eine Trennung über 2 selbstschließende Wohnungstüren (nur aufpassen das die Katzen nicht eines Tages noch versuchen da mal durchzuflutschen) nicht reicht. Gott dann weiß ich nicht wie eine Trennung überhaupt bewerkstelligt werden soll.
 

Hermelin

Stammuser
Erster Hund
Hermes / Whippet (6)
Zweiter Hund
En-Lil / Whippet (1)
Ich glaube auch, dass es für den Hund einen großen Unterschied macht, ob es die eigenen Katzen sind und ihm auch entsprechend präsentiert werden, oder ob es fremde Katzen sind, die von außerhalb kommen.

Und ja, auch wenn Jagd an sich selbstbelohnend ist, heißt ein einmaliger Erfolg nicht, dass man das nicht wieder abtrainiert bekommt.
Bei Katzen und anderem 'Raubzeug' ist es aber ohnehin kein reiner Jagdtrieb, der zum Tragen kommt. Es sind schon irgendwo auch Konkurrenten, nicht nur Beute.
Machts natürlich nicht einfacher. Aber ich würde so und so an die Sache rangehen, indem ich dem Hund ganz klar sage: Die gehören jetzt dazu und werden nicht angefasst. Punkt.
 
@Crime: Danke für den Tipp.
Ja, wir werden sehen wie es sich entwickelt. Das behalten wir im Blick ja :)
Wüsste auch nicht, wie man es anders bewerkstelligen sollte.

@Hermelin:
Auf das hoffe ich sehr!
Wird eine schwierige Sache, aber ich denke wir müssen abwarten wie es sich entwickelt :)
 
Es hat mir auch keine Ruhe gelassen und hab Kontakt mit der Züchterin aufgenommen, wegen den 12 Wochen.

Im Bekanntenkreis ist bereits ein kleine Kater mit 8 Wochen abgegeben worden.
Das war aber (wie alle Beteiligten - außer die Züchter) nicht wussten, eine Ausnahme, da bereits ein älterer Kater im Haushalt war.
Dieser sollte die Rolle der "Sozialisierung" noch weiter übernehmen.

Wir können sie sehr gerne noch länger dort lassen, sie würden es sogar begrüßen.
Die Kleinen bleiben also bis mind. zur 12. Woche.
 

marita

Stammuser
Erster Hund
Kira, Mix (8)
So, jetzt habe ich auch mal Zeit, dir zu antworten.

Ich hatte eine ähnliche Konstellation wie du, die anfangs, aus Unwissenheit meinerseits, nicht gut ausgegangen ist.

Als Kira mit etwas über einem Jahr zu mir kam, lebten bereits 3 Katzen bei mir, alle drei nicht an Hunde gewöhnt.
Kira kam direkt aus einer Tötungsstation, war etwas über ein Jahr alt und ich wusste nichts über sie. Also habe ich mit meiner Vermittlerin ausgemacht, dass ich sie in den ersten Tagen genau beobachten werde hinsichtlich der Katzen.
Sollte sie Jagdtendenzen zeigen, würde meine Vermittlerin, die nur ein paar Kilometer entfernt wohnt und immer Pflegehunde hat, Kira bei sich aufnehmen und weiter vermitteln.

In den ersten 3-4 Tagen war Kira also unter ständiger Beobachtung, war das nicht möglich, z.B. nachts, hatten die Katzen ihre Rückzugszimmer, in die Kira nicht rein kam bzw. waren draußen.

Kira zeigte in dieser Zeit nicht das geringste Interesse an den Katzen, alle ignorierten sich gegenseitig.
Mein Fehler war, dass ich, damals noch Hunde unerfahren, annahm, dass Kira folglich keinen Jagdtrieb bezüglich der Katzen hat.
Ich ließ sie natürlich trotzdem nicht zusammen allein, habe aber am 5. Tag relativ sorglos die Terrassentür geöffnet, als eine der Katzen rein wollte.
Die zögerte, weil sie Kira im Hintergrund sah, also nahm ich sie auf den Arm, drehte mich um und im selben Moment sprang Kira an mir hoch und biss die Katze ins Hinterteil.

Meine Freundin kam sofort dazu, entfernte Kira, ich ging mit der Katze in ein anderes Zimmer, untersuchte sie und stellte fest, dass sie eine Bißwunde, nicht sehr groß und tief, aber trotzdem sichtbar, hatte.

Ich fuhr zum Tierarzt, die Katze bekam Antibiotika, die Wunde wurde gesäubert und sie erholte sich recht schnell.
Aber von dem Zeitpunkt an wollte sie natürlich keinesfalls mehr in Kiras Nähe sein, auch die anderen Katzen waren mißtrauisch.
Daher separierte ich konsequent und mußte eine Entscheidung treffen.
Meine Vermittlerin bot sofort an, Kira zu übernehmen, aber zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass Kira einige ernsthafte Erkrankungen hatte und außerdem keinen Kontakt zu anderen Hunden wollte, das war jedes Mal enormer Stress für sie. Meine Vermittlerin hatte aber 2 eigene Hunde und einen Pflegehund.
Also entschied ich mich für Kira und damit gegen die Katzen.
Ich habe im Verlauf von 2 Monaten für alle ein schönes Zuhause gefunden und bis dahin streng getrennt.
Was außerordentlich anstrengend und stressig ist, bitte unterschätze das nicht.

Ein ganzes Jahr ging ich davon aus, keine Katzen mehr halten zu können, solange Kira bei mir ist.
Im Laufe diesen Jahres zeigte sich, dass sie extremen Jagdtrieb hatte, was, nachdem die Krankheiten kuriert waren, eine zeitaufwendige Baustelle war.

Vor Kira hatte ich 10 Jahre lang im Tierschutz für Katzen gearbeitet und hatte das mit Kiras Einzug beendet.
Eines Tages stand dann ein junges Pärchen mit dem 7 Wochen alten Ivan vor meiner Tür, sie hätten gehört, ich kümmere mich um Katzen und ich wäre ihre letzte Hoffnung. Ich nahm Ivan auf, in einem separaten Zimmer, wollte ihn aufpäppeln und vermitteln, ohne dass er je mit Kira zusammen kam.
Mein Herz hing dann allerdings recht schnell an ihm und es war mein Mann, der mich ermunterte, es nochmal zu versuchen.
Mit Hilfe eines Trainers und mit einer Kira, die mittlerweile eine Beziehung zu mir hatte, abrufbar war und die Grundkommandos beherrschte.
Der Trainer hörte sich alles an und sagte, er müsse erst mal einschätzen, ob ein Training Sinn macht.
Er kam mit einer zweiten Trainerin zu uns nach Hause, ich sollte mich um klein Ivan kümmern, die zweite Trainerin um Kira und er wollte nur beobachten. Kiras Haltung, Mimik, Anspannung usw.

Kira war, nach meiner Meinung, extrem angespannt und ich furchtbar nervös, aus Angst um den unbedarften, unerschrockenen Ivan, der Kira sofort begrüßen wollte. Das Ganze dauerte auch nur ein paar Minuten, dann kam Ivan wieder in sein Zimmer und der Trainer sagte, wir hätten zwar sehr viel Arbeit vor uns, aber, so wie er das beurteilte, auch was Kiras Aufmerksamkeit mir gegenüber betraf, wäre es zu schaffen.

Es hat letzten Endes einige Wochen gedauert, Training fand immer nur zu zweit statt, mein Mann hat mit geholfen.
Dann kam der Tag, an dem sie zum ersten Mal zusammen laufen sollten, ohne dass ich direkt dazwischen stand.
Diesen Tag möchte ich in meinem Leben nicht noch mal erleben, wobei mein Mann absolut entspannt war und ich sehr angespannt, um es vorsichtig auszudrücken.
Das sah dann nach zwei Tagen (in denen sie unter Aufsicht für eine immer längere Zeitspanne zusammen waren) so aus:



Von diesem Moment an, hatte Kira Ivan ohne Wenn und Aber adoptiert, sie beschützt ihn draußen, wehe ihr Ivan ruft, dann ist sie zur Stelle.
Bis heute, 7 Jahre später.

Kurz darauf habe ich 3 mutterlose Katzenbabys mit der Flasche aufgezogen und ein Kätzchen, Paula, durfte bei uns bleiben.
Bei ihr hat es nur ein paar Tage gedauert, bis Kira klar war, die gehört jetzt auch dazu.

Draußen im Garten ist sie allerdings wie sie immer war, fremde Katzen werden gejagt, die Nachbarkatze hat sie bereits ein Mal erwischt.
Die kam mit dem Schrecken davon, weil wir sofort einschreiten konnten.
Sie hat aber von der ersten Minute an draußen zwischen fremden und den eigenen Katzen unterschieden.
Ivan und Paula hat sie noch nicht ein einziges Mal verbellt oder gejagt, fremde Katzen erahnt sie schon, selbst wenn sie nicht zu sehen sind.

Es ist also durchaus machbar, aber ich würde euch auf jeden Fall raten, zur Zusammenführung einen Trainer hinzuziehen, der sich mit genau diesen Situationen auch auskennt.
Ohne unseren Trainer hätte ich die Zusammenführung niemals gewagt und Ivan vermittelt.
 

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