Wieviel Ahnenverlust würdet ihr bei den Kauf eines Rassehundes im Kauf nehmen

Dann kann er ja seine Vorgehensweise erklären.
Nun ja, für die Züchter ist sowas immer erklärbar..Verfestigung der Eigenschaften usw.
Ich kann das auch sogar ein wenig verstehen, wenn ein Züchter mit einer Linie internationale Erfolge und ganz vorne mitspielen will.
Aber meine Frage ging eher einher, wie ist es für jemanden, der einfach nur „privat“ einen Hund von dem Züchter will?
Wenn beim Züchter alles stimmt, guter Eindruck usw, sollte man davon ausgehen, das der Züchter schon weiß was er tut?
Es handelt sich um eine Rasse, die weitestgehend gesund ist und ich hab ja nur Erfahrung mit Flats, eine Rasse wo gefühlt jeder 2. Hund irgendwo krank ist ( nur gefühlt, das stimmt vermutlich nicht wirklich).
Bei den Flats ( ich habe das noch mal durchgeschaut) ist es in der Regel so ( jedenfalls in Deutschland) das es unter den ersten 14 Ahnen in der Regel nicht 2 mal den selben Hund im pedigree gibt und wenn dann ganz selten.
Bei der Rasse die ich aber jetzt meinte gab es linienzucht bis zu 12% bei Generation 4.Das war ganz normal.
Bei den Flats hab ich einen der bei Generation 4 3,25% hatte und die meisten bei 0%.
Mein Flat hat 0% bei 4 Generationen und 0,44% bei 6. Das fand ich ganz gut.
 
Erster Hund
Rika, Barsoi
Man soll nie von irgendwas ausgehen, sondern FRAGEN! Und zwar den Züchter, nicht uns. Weil schon die Art, wie der Züchter die Frage beantwortet, Hinweise auf seinen Charakter gibt (kommt eine logische Begründung, zeigt er, dass er sich der Risiken bewusst ist und versucht sie zu minimieren - wie? - oder wird der Fragesteller mit "ich weiß was ich tue!" abgefertigt? )
 
Erster Hund
Rika, Barsoi
Na dann klare Antwort: Weiß ich jetzt noch nicht. Kommt drauf an, wie gut mir die Zucht gefällt, welche Ahnen da mehrfach vorkommen, warum der Züchter so entschieden hat und welche Garantien er gibt.
 
Als Faustregel kenne ich, dass der AVK nicht unter 85% sein sollte. Je nach Verpaarung habe ich meine Grenze bei 95%, maximal 90% auf 5 Generationen. Es gibt bei allen gängigen Rassen genug Partner, um einen hohen AVK zu erreichen.
 
Also wenn ich das Papier mir anschauen dann gibt es in den ersten 6 Generationen ganz hinten alles verschiedene Ahnen, aber ab dann hat der Züchter vorrangig Voll und Halbgeschwister verpaart. Das wurde dann verboten, so das der Züchter aber immer noch die gleichen Linien verpasst hatte, waren zwar keine Halbgeschwister, hatten aber trotzdem die gleichen Eltern. Nur 3 mal wurde überhaupt ein fremder Rüde verwendet, der aber im Papier unter den 6 auch schon mehr wieder auftauchte.
Ich will es nicht bewerten, der Züchter ist hochangesehen , seine Linien sind hochbegehrt überall.
Ich will es nur verstehen.
Der Züchter erklärt, dass er damit Wesen und Optik verfestigt und das besondere an seiner Zucht ist, das sie in der Optik einheitlich sind und im Wesen einmalig, deutlich lieber und freundlicher als vergleichbare Hunde dieser Rasse.
Und er versicherte mir, das er auch keine über den Durchschnitt liegende Erkrankungen hätte in seiner Zucht, er würde seit 30 Jahren züchten und gesundheitliche Probleme hätte es nie gegeben.
Er meinte, dadurch das er seit 30 Jahren nur Linien verwendet die er kennt und selber hat, schließt er ja auch Krankheiten aus. Das letzte Fremde Blut hätte er vor 15 Jahren verwendet
Nun, das klingt schlüssig.
Nichtsdestotrotz ist diese Zuchtpraxis natürlich stark umstritten, viele würden es verwerflich finden.
Deshalb wollte ich einfach nur mal wissen, ob jemand Züchter kennt, die das auch so machen oder vielleicht sogar einen Hund hat, der quasi auch so gezüchtet ist.
Es geht um Hund mit einen Inzucht Quote von 12-19% und einen sehr hohen Ahnenverlust, den ich nicht genau ausrechnen kann, da ja der Züchter dieses Halbgeschwister verbot umgangen ist, indem er einfach zweimal immer den gleichen Wurf hatte, zb zwei Schwestern mit den gleichen Rüden verpaarte und die Nachkommen dann verpaarte, was ja eigentlich keine Halbgeschwister sind sonder Halbcousinen, aber trotzdem das gleiche pedigree
 
Erster Hund
Hermes / Whippet (7)
Zweiter Hund
En-Lil / Whippet (3)
Ich würde mal sagen:
Das kommt generell darauf an, wie hoch der Ahnenverlust in der Rasse generell ist.
Früher war Linienzucht halt Gang und Gebe. Das kriegt man ja jetzt auch einfach nicht mehr raus. Klar kann man jetzt mit Bedacht verpaaren und das sollte man auch. Aber an den Urgroßelterngenerstionen kann man ja auch nichts mehr ändern. Und Hunde mit schlechten Koeffizienten aus der Zucht zu nehmen ist natürlich auch nicht sinnvoll.
Genauso ist ein Outcross für eine Rasse nicht per se das Non plus Ultra.

Dass in einer geschlossenen Population der Inzuchtkoeffizient stetig steigt, ist leider nicht zu verhindern. Und popular Sires verbessern die Situation auch nicht gerade.

ich hatte selbst vor kurzem eine Deckanfrage für mich sehr sehr ins Grübeln gebracht hat. Über die Sinnhaftigkeit der Verpaarung, vor allem in Hinsicht auf einen eventuellen Zuchteinsatz der Nachkommen...

also, zurück zum Thema. Ich denke, man muss die Koeffizienten immer im Bezug auf die jeweilige Rasse und Population sehen.

Meine Buben haben auf 5 Generationen jeweils einen Ahnenverlust von 12,9% was für den Whippet aber relativ normal ist.
Inzuchtkoeffizient einmal 0 und einmal 0,49
 
Erster Hund
Neo/PdAE (2009)
Zweiter Hund
Willow/PdAE (2011)
Dritter Hund
Smilla/´PdAE (2015)
Erst einmal kommt es immer darauf an, über wie viele Generationen man den Inzuchtgrad berechnet.
Manche sagen, es sollten so viele wie möglich sein, andere sagen, 5 reichen.
Und tatsächlich denke auch ich, dass 5 Generationen in der Regel ausreichend sind - so wurde es mir auch bei einem Genetikseminar erklärt.
Denn wenn man mal genauer schaut, ist selbst bei uns Menschen die Hochzeit von Cousin und Cousine jeglichen Verwandtschaftsgrades nicht verboten. Bei Cousins ersten Grades wäre da eine Doppelung in der 3. Generation. Bei Cousins von weiter entfernten Verwandtschatsgraden wären die in der 5. Generation, vielleicht noch in der 6. Generation. Aber das ist dann schon eine recht mäßige Inzucht. Rechnet man also über 5 Generationen, kann man also richtige Inzucht durchaus ausschließen. Alles was sich weiter hinten mal doppelt, spielt dann kaum noch eine Rolle. Das wäre bei uns Menschen auch völlig uninteressant.

Durch Inzucht holt man sich nicht nur tolle Gene ins Haus (wäre ja toll, dann würde es nur noch Inzucht auf der ganzen Welt geben). Es gibt genügend Erkrankungen die nicht dominant sind, wenn sie nur auf 1 von 2 Allelen liegen. Züchtet man die Gene auf Gleichheit runter, ohne Vielfalt, holt man sich schnell 2 defekte Allelen ein und schwupps, ist die Erkrankung dann dominant.
Das kann zwar toll sein, wenn man dadurch eine Erkrankung rechtzeitig erkennen und ausschließen kann, wenn die Erkrankung aber auch Generationen überspringt, ist das nicht mehr so schön. Z.B. hat ein Rüde aus Linienzucht an etliche seiner Nachkommen Epilepsie weiter gegeben, ohne selbst zu erkranken. Das Problem war, dass die Epilepsie erst zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr auftrat, da hatten sich aber schon einige der Nachkommen weiter vermehrt. Dann wurde etwas nachgeforscht und es stellte sich heraus, dass mind. noch ein Rüde aus dieser Zuchtstätte Epilepsie weitergegeben hat. Das kann dann echt blöd laufen.
Gene mutieren ja durchaus auch mal positiv oder eben negativ. Und wenn dann kaum noch Vielfalt vorhanden ist um das etwas auszugleichen, ist das halt Mist.
D.h. durch Inzucht kann man Merkmale in beide Richtungen steigern - es kann zu zur Verbesserung eines Merkmals führen (z.B. bessere Wachsamkeit für den Polizeihund) aber eben auch zur Verschlechterung (z.B. Festigung einer Krankheit durch Festigung mutierter Erbanlagen).
Noch dazu kommt, dass Inzucht/Linienzucht (ist das Gleiche) und der Verlust von Genvielfalt auch sehr häufig mit dem Verlust von Vitalität einhergeht, meist halt sehr schleichend - kürzere Lebenserwartung, häufiger Erberkrankungen und schlechtere Widerstandskraft gegen Erkrankungen, schlechtere Fortpflanzung bis hin zur Unfruchtbarkeit.
Das bezeichnet man auch als umgekehrten Heterosiseffekt.

Ich selbst züchte auf Gesundheit, Wesen (Arbeitseifer) und Aussehen - in ebendieser Reihenfolge.
Mir ist das Risiko von Inzucht einfach zu hoch - der Nutzen wiegt die Risiken nicht aus.
Deshalb ist für mich Inzucht, ob mäßig oder eng, eh ausgeschlossen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass jeder meiner Welpen gleich toll schwimmt oder apportiert oder gleich aussieht.
Ich halte die Genvielfalt einfach für zu wichtig, damit meine Welpen möglichst fit, vital und widerstandsfähig sind.

Neben dem Inzuchtgrad sollte man auch immer den Ahnenverlust betrachten - je höher der Inzuchtgrad, desto schlechter, je höher der Ahnenverlustkoeffizient, desto besser.
Der Inzuchtgrad berechnet, in wieweit die Elterntiere miteinander verwandt sind.
Der Ahnenverlustkoeffizient berechnet, wie viele Ahnen denn insgesamt überhaupt doppelt ist.
Es kann nämlich sein, dass die Elterntiere überhaupt nicht miteinander verwandt sind und die Welpen haben einen Inzuchtgrad von 0. Aber jedes Elterntier ist in sich so ingezüchtet, dass sie zusammen kaum verschiedene Ahnen vorweisen können und der Ahnenverlust liegt dann bei 60,89 (er sollte laut Genetikseminar möglichst nicht unter 85 liegen).

Ich achte darauf, dass der Inzuchtkoeffizient meiner Verpaarungen über 5 Generationen nicht über 1% liegt - das ist nichts (tatsächlich lag ich bisher immer bei 0,2 und 0,4%). Der Ahnenverlust lag bei mir noch nie unter 96, eher 98-100.

Zum Vergleich:
Bei mässiger Inzucht liegt der IK bei miteinander entferntesten Cousins bei 1,56 (da würde bei uns Menschen kein Hahn nach krähen) bis zu einem Wert von über 3.
Da bin ich jetzt zwar kein Riesenfan von, aber das ist noch im Rahmen.
Bei enger Inzucht liegt der Wert zwischen über 6 und über 9 - das sind dann Verpaarungen mit Tieren im 3. und 4. Verwandschaftsgrad, wie z.B. Cousins ersten Grades.
Die heftige Inzucht nennt man Inzestzucht und ist hier in D so erstmal gar nicht erlaubt, zumindest nicht mit Vollgeschwistern oder Eltern x Kind. Da beträgt der IK dann 25% und kann runter gehen bis auf 12,5, das wären dann Verpaarungen wie Großeltern x Enkel oder 2fache Cousins ersten Grades. Für die braucht man dann in der Regel eine Genehmigung.
Im Ausland kann das halt anders sein. Da ist bei meiner Rasse in manchen Ländern auch Inzestzucht mit Geschwistern und Co erlaubt. Und wenn so ein Hund dann nach D kommt kann er hier durchaus auch die Zuchtzulassung bekommen, wenn er in seinem Land eben nach den dort vorkommenden Regeln gezüchtet wurde. So einen hatte wir mal hier - sehr hübscher Kerl, aber Inzestzucht vom Feinsten.
 

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