Wenn der Hund wegläuft

NV-Hundehaftpflicht
NV-Hundehaftpflicht

lina27

Stammuser
Erster Hund
Rex / Chihuahua
Zweiter Hund
Jasmin/Yorkiemix
Ihr Lieben,

nachdem Jasmin ja letzte Woche entlaufen war und Gott sei Dank nach eineinhalb angstvollen Tagen wieder zurück in ihr Zuhause kam, dachte ich an einen allgemeinen Thread mit Tipps und Tricks, was zu tun ist, wenn der eigene Hund fortgelaufen ist, denn vielleicht kann es ja irgendwann jemandem helfen... Die Sinnhaftigkeit der verschiedenen Möglichkeiten und Empfehlungen kann sehr gerne auch hier diskutiert werden.

Hier also mal, was ich weiß bzw diese Woche gelernt habe:

- Am Ort des Entlaufens bleiben: Viele Hunde kehren nach einer Weile an den Ort zurück, am dem sie weggelaufen sind. Darum sollte man in den ersten Stunden wann immer es möglich ist möglichst an dieser Stelle ausharren.

- Zuständige Stellen informieren: dazu zählen die Datenbank, wo der Hund registriert ist (zB AnimalData, Tasso), umliegende Tierheime und Tierarztpraxen/kliniken, die Polizeidienststelle und evtl der Verein von dem man den Hund hat.

- Flugblätter: Die Flugblätter sollten möglichst bald und großräumig (mind im Umkreis von 5-10 km, am besten sogar bis zu 30km vom Entlaufensort) verteilt und an gut sichtbaren Stellen angebracht werden. Darauf enthalten sein sollten ein Foto plus Beschreibung des Hundes, Angaben wo der Hund sich zuletzt aufhielt, wann er entlief, Kontaktdaten (mind. eine Telefonnumner), außerdem besondere Hinweise - im Falle von Jasmin stand auf allen Flugblättern "BITTE KEINE EINFANGVERSUCHE DA HUND SEHR ÄNGSTLICH!"

- Hohe Reichweite durch soziale Medien: Hier sind die Leute geteilter Meinung. Ich selbst habe mich dazu entschieden, Facebook zu nutzen, um die Vermisstmeldung möglichst großflächig zu verteilen. Gold wert waren Hundesuchhilf-Seiten, die von teils sehr erfahrenen Hundefreunden betrieben werden. Soweit ich weiß, wurde meine Suchmeldung auf diesen Seiten dann auch über 100 Mal geteilt. Zudem stand ich mit den Betreiberinnen 2er Seiten in engen Kontakt schriftlich und telefonisch, bekam dadurch wertvolle Tipps und Hinweise, eine erstellte zB anhand der gemeldeten Sichtungen ein "Profil" von Jasmins genommenen Wegen, was zur wichtigen Erkenntnis führte, dass sie quasi Kreise um den Ort des Entlaufens lief und sich wohl nicht weiter entfernt hatte. Auch wäre es möglich gewesen, bei Bedarf zB eine Falle geliehen zu bekommen.

- Futterspuren legen: Dies geht zB mit Würstchenwasser, wir hatten keines zur Verfügung und mischten stattdessen Nassfutter in Wasser sodass es stark roch. Die Futterspur legt man sternförmig um den Ort des Entlaufens genau dorthin zurück. Ich legte auch an Tag 2 von Sichtungsorten Spuren zurück.

- Kleidungs-Geruchsspur: Man kann auch mit einem getragenen Kleidungsstück eine Duftspur zum Entlaufensort zurück legen. Es sollte jedoch keine Kleidung sein, die man am Tag des Verschwindens des Hundes trug, sonst kann der sehr starke Angstschweißgeruch den gegenteiligen Effekt haben!

- an Sichtungsorten Plätze einrichten: Wurde der Hund gesichtet, sollte man an diesen Plätzen getragene Kleidung von sich, etwas Wasser, auch einen Futterplatz deponieren. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund an diese Orte zurückkehrt.

- Zweithund/Hundefreund einsetzen: Wenn man noch einen Hund hat oder einen Hundefreund organisieren kann, lohnt sich dies, es kann gut sein, dass der Hund dann der Spur seines Artgenossens zu folgen versucht oder sich dann auch eher zeigt und wieder sichern lässt.

- Vorsicht mit Rufen: Ja, ich gebe zu, ich bin teils auch rufend durch die umliegenden Straßen gelaufen. In meinem Fall ging ich jedoch auch davon aus, meine Hündin durch meine Stimme nicht zu verschrecken, da Jassi sehr an mir hängt und einfach sich extrem an mir orientiert. Man sollte prinzipiell aber vorsichtig sein, den Hund zu rufen, da ihn dies unter Umständen - gerade wenn er in Panik ist - noch weitertreiben kann! Auch wenn man sinen Hund selbst sichtet, gilt es abzuwägen, ob es sinnvoll ist, bereits zu rufen. Im Zweifelsfall lieber ruhig stehen bleiben, sich evtl sogar leicht abwenden, dem Hund die Zeit geben, den eigenen Geruch zu erkennen.

- Pettrail-Hunde: Es gibt Hunde, die für die Suche nach entlaufenen Vierbeinern ausgebildet sind. Ob ein Einsatz Sinn macht, muss im Einzelfall entschieden werden. Man sollte dafür einen Geruchsträger parat haben, der möglichst nicht mit weiteren Gerüchen kontaminiert ist (zB Halsband das nur der entlaufene Hund getragen hat oder eine Decke von ihm)

- Nachbarschaft ansprechen: Man sollte Leute in der Nachbarschaft bitten die Augen offen zu halten, evtl auch um Überprüfung ihrer Gärten/Scheunen/Keller bitten, gerade wenn der entlaufene Hund klein ist.

- Vorsicht mit großen Suchaktionen: Riesige Suchtrupps zu bilden kann auch kontraproduktiv sein. Bei ängstlichen Hunden ist das Risiko groß, dass der Hund noch weiter wegläuft wenn er sich verfolgt fühlt, und vollends in Panik gerät.


Das sind jetzt ein paar Punkte, weitere Ideen, aber auch kritische Anmerkungen sind willkommen.
 

Hanca

Stammuser
Erster Hund
Hans, Boxer
Zweiter Hund
Paul, Boxer
Klasse Thread! Sehr interessant!

Danke, dass Du Dir die Mühe mit dem Aufschreiben der Tipps gemacht hast.
Das sollte sich jeder abspeichern und im Bedarfsfall zur Hand haben.
Ich habe eine Freundin, die bei K9 Tiersuche macht - von der kenne ich das auch so. Das sind die Tipps, die K9 bei entlaufenen Hunden gibt.
 

Chiwi

Stammuser
Erster Hund
Django/DSH *86-00
Zweiter Hund
Chihuahuas
Dritter Hund
Bolonka Zwetnas
Super, sollte sich jeder am besten abfotografieren und ins Handy speichern
Danke dafür!
 

FriedasHerrchen

Stammuser
Erster Hund
Frieda, *22.7.2015
Zweiter Hund
Charly, Kater(*2009)
Dritter Hund
Lucy, Katze (*2016)
Zu dem Rufen:
Ich denke, daß es sinnvoller ist, wenn man sich mittels Hundepfeife bemerkbar macht, da es für den Hund einfacher ist, sich daran zu orientieren, als an der Stimme, die gerade in Wäldern oder Bergen durch den Hall/das Echo eher verwirren kann.

Natürlich sollte man dieses Signal im Vorfeld schon das ein oder andere Mal trainiert haben.
 

wildblume

Stammuser
Danke für's Zusammenschreiben :)
Mehr fällt mir auch nicht ein.
Außer vielleicht: wenn der Hund am Berg entläuft, vielleicht jemandem am Parkplatz mit dem eigenen Auto warten lassen. Habe im Freundeskreis zwei Mal erlebt, dass der Hund da wartete bzw. dort auftauchte.

Und zwei Fragen:
Wie großräumig verteilt man das Wurstwasser? Also ein paar Meter großen Stern oder doch 100 Meter?
Und was ist das Porblem bei Social Media? Zu viele Falschmeldungen?
Danke!
 

lina27

Stammuser
Erster Hund
Rex / Chihuahua
Zweiter Hund
Jasmin/Yorkiemix
Zu dem Rufen:
Ich denke, daß es sinnvoller ist, wenn man sich mittels Hundepfeife bemerkbar macht, da es für den Hund einfacher ist, sich daran zu orientieren, als an der Stimme, die gerade in Wäldern oder Bergen durch den Hall/das Echo eher verwirren kann.

Natürlich sollte man dieses Signal im Vorfeld schon das ein oder andere Mal trainiert haben.
Ein Pfeifsignal zuverlässig anzutrainieren, ist halt zeitaufwändig. Mein Rüde kennt den Rückpfiff als Superrückruf. Bis der wirklich bombensicher saß, dauerte es schon eine Weile. Wenn der Hund ein Pfeifsignal nicht kennt, geht es natürlich gar nicht.

Ich bin mir bei schreckhaften, ängstlichen Hunden ehrlich gesagt unsicher, ob ein Pfiffsignal sie nicht auch noch zudätzlich verschrecken könnte, wenn sie schon in Panik sind? In Panik weggelaufene Hunde erkennen wohl manchmal nichtmal die Stimme ihrer Bezugsperson wieder und flüchten weiter. Ich bin mir nicht sicher, ob eine Pfeife nicht denselben gegenteiligen Effekt haben könnte?

Danke für's Zusammenschreiben :)
Mehr fällt mir auch nicht ein.
Außer vielleicht: wenn der Hund am Berg entläuft, vielleicht jemandem am Parkplatz mit dem eigenen Auto warten lassen. Habe im Freundeskreis zwei Mal erlebt, dass der Hund da wartete bzw. dort auftauchte.

Und zwei Fragen:
Wie großräumig verteilt man das Wurstwasser? Also ein paar Meter großen Stern oder doch 100 Meter?
Und was ist das Porblem bei Social Media? Zu viele Falschmeldungen?
Danke!
Gerne. Ja, wenn man zu zweit oder in der Gruppe unterwegs ist, sollte man sich aufteilen, so wie du es beschreibst. Im Fall eines ängstlichen Hundes wie meiner Jasmin ist die Schwierigkeit hierbei, dass sie sich fast nur mir nähern würde. Da steht man dann vor der schwierigen Wahl, entweder an Ort und Stelle zu bleiben oder suchen zu gehen. Für die erste Zeit direkt nach dem Verschwinden würde ich empfehlen, an Ort und Stelle zu bleiben.

Zur Futterspur: Ich würde sie durchaus in einem etwas großzügigeren Rahmen legen, nicht nur ein paar Meter vorm Haus. Hat man bereits Sichtungshinweise gekriegt, würde ich mich an diesen orientieren. Weiter als 100 Meter würde ich aber definitiv empfehlen.


Falschmeldungen sind das eine Problem bei Social Media. Hinzu befürchten manche Besitzer, dass es vllt zu unüberlegten "Rettungs- und Suchaktionen" kommen könnte. Da formieren sich dann vielleicht wohlmeinende Hobby-Trailer oder einfach irgendwelche Freunde von Facebookfreunden, ziehen los und verschrecken das Tier dadurch noch mehr. Auch können übers Internet zB Betrüger auf das Verschwinden aufmerksam werden und zB versuchen, den Halter durch falsche Behauptungen zu erpressen. Nichtsdestotrotz kan die große Reichweite des Internets auch sehr viel Positives bewirken, die Vernetzung äusserst hilfreich sein.
 

RosAli

Stammuser
Erster Hund
Rosie/Yorkie-Pinscher-Mix
Zweiter Hund
Ali/AmStaff
Außer dem Internet kann man auch lokale Fernseh- oder Radiosender mit einschalten.

Durchs Lokalfernsehen haben wir damals unseren Hero zurück bekommen. Da lief eine Woche die Suchanzeige mit Text und Bild. Die hatte dann ein Kollege des Finders gesehen und ihn drauf aufmerksam gemacht.
 

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