Ulv Philipper - Stop Training!

lina27

Stammuser
Erster Hund
Rex / Chihuahua
Zweiter Hund
Jasmin/Yorkiemix
Ich kann mich da Bububka nur anschließen:
Das Vertrauen in den Hund und der natürliche Umgang mit dem Hund ist im Laufe der Jahrzehnte verloren gegangen.
Warum gibt es so viele Hundeschulen? Weil die Hunde schwieriger geworden sind?
Nach meiner Ansicht werden zu viele Hunde von Menschen gehalten, denen der "Hundeverstand" fehlt.

Es wird verbogen und rumtrainiert das die Schwarte kracht ohne den Hund mitzunehmen und einzubeziehen.
Plan X wird reingedrückt, dann hat er Stubenrein zu sein, dann Stunden allein sein, Sitz und Platz hat ja wohl die Muttermilch mitgegeben, so hat Hund zu sein und fertig...
Mich verwundert es ehrlich gesagt, dass die heutige Hundehaltung so "schlechtgeredet" wird. Ist der Umgang mit dem Hund früher wirklich so viel besser geworden? Ich kann mir das einfach nicht so recht vorstellen, bei dem, was ich von älteren Generationen und deren Erlebnisse bezüglich Hunden so mitbekommen habe...

Ich denke, früher wurden viel mehr Hunde mit aversiven Methoden trainiert als heute, wobei es da leider in gewissen Kreisen eine Art "Revival" zu geben scheint. Trotzdem, ich glaube kaum, dass früher viel mit "positiv arbeiten", "Bindungsaufbau", "Vertrauen" war. Da habe ich von älteren Menschen eher Gegenteiliges mitbekommen: da wurde dem Hund halt eins übergezogen, wenn er nicht horchte, die Nase schön in die Pipipfütze gedrückt, Methoden wie Alphawurf, Schnauzgriff etc. waren damals auch viel weniger verpönt als heute.

Dass es so viele Hundeschulen gibt, liegt meiner Meinung nach eher daran, dass wir heute in einer Luxusgesellschaft leben, in welcher der Hund somit für die meisten Hundehalter eine viel wichtigere Rolle im Leben spielt als früher. Solange man damit beschäftigt ist, das eigene ÜBerleben zu sichern (überspitzt formuliert), wird man ja wohl kaum darüber nachdenken, ob der eigene Hund gut ausgelastet ist und dass man doch mal mit Agility anfangen könnte.

Auch sonst hat sich in der Hundehaltung sicherlich etliches geändert. Ich glaube, früher war es noch üblicher als heutzutage, dass die Hunde auf dem eigenen Grundstück blieben und selten mal irgendwohin mitgenommen wurden. Ist doch klar, dass ein Hund, der nur den eigenen Garten kennt, nicht allzu viel können muss.
Heute wünschen sich aber die meisten Hundehalter einen alltagstauglichen Begleiter, der möglichst überallhin mitkommen kann. Und da mehr und mehr Hunde und Menschen auf engem Raum zusammenleben, verändern und steigern sich eben auch die Anforderungen an den Hund.

Ich weiß nicht, ich kann mit diesem "natürlichen Umgang mit dem Hund", den es früher anscheinend gab, nicht so viel anfangen. Für mich klingt das ein bisschen sehr nach Verklärung der Vergangenheit. So wie es auch heißt, die Jugend war früher viel besser, angepasster, wohlerzogener, bescheidener, redlicher etc.
 

Marion68

Stammuser
Erster Hund
Trixi, Border-Mix
@bubuka

besser kann man es nicht schreiben.

Und ja, als ich vor knapp 30 Jahren mit unserem 1. Hund unterwegs war, gab es diese ganzen Probleme nicht, wo zu man heute Hundetrainer braucht.

Da hat Niemand seinen Hund nur noch mit Befehlen und Kommandos zugeworfen. Und die Hunde waren einfacher,
da sie ganz anders gehalten wurden. Weder in eine Box gesperrt noch sonst irgendwas. Da hat es die Verhaltensauffälligkeiten nicht gegeben. Denn die wurden gar nicht erst "antrainiert".

Gut es war nicht die Masse unterwegs. Damals traf ich in der Woche vielleicht 40 Hunde.

Heute sind es zum Teil 20 und mehr täglich. Verschiedene.

Aber damals lief ein Welpe mit, da gab es z.b. keine Boxen.

Heute sehe ich HH die an Wiesen oder Feldwegen nix anderes tun, als den Hund an einer 1,50 m langen Leine haben und die ständig den HH ansehen/folgen müssen. Und das den ganzen Spaziergang. Einfach nur traurig.

An Straßen verstehe ich es ja noch. Hier gibt es ein HH der hat einen 13 Jahren alten Mischling, der nur noch ganz langsam laufen kann. Auf einer Strecke von 200 Meter ruft der 50 x hier, komm, bei Fuß und das obwohl der Hund kaum mehr als 2 Meter sich entfernt. Das geht ununterbrochen. Auf unbefahrenen Wegen, wie Alleen, Feldweg.

Und so ähnlich läuft es bei einigen.

Der Hund muss nur noch Befehle ausführen. Darf nicht mal schnüffeln, oder mal schauen.

Es gibt hier Welpen/Junghunde die noch nicht einmal von der Leine waren und spielen durften.
 
Zuletzt bearbeitet:

Muck3964

Stammuser
Danke Lina :zustimmung2:

Früher lief ein Hund eben einfach so nebenbei. Gedanken um Erziehung machte man sich meist erst, wenn der Hund schwierig wurde und anfing zu Beißen, Jagen oder sonst irgendwie Probleme machte.

Aber warum hier die Schleppleine so dermaßen schlecht geredet wird, kapier ich nicht. Ich bin froh wenn ich jemanden sehe, der mit seinem Hund, gesichert durch eine Schlepp, übt. Klar, sollte man sich den richtigen Umgang von Fachleuten zeigen lassen. Die Schlepp ist auch ein super Hilfsmittel um seinem Hund die Möglichkeit zu geben, Umweltreize, die ihm Angst machen, kennen zu lernen, ohne das er dabei an der zwei Meter Leine, nah beim HH sein muss. Der Hund hat dadurch einfach die Möglichkeit seinen Radius etwas zu erweitern.

Außerdem, so denke ich, gehen heutzutage auch viel mehr Leute in eine Huschu, weil die Hundedichte ja auch extrem zugenommen hat. Da ist es hilfreich das Fifi kommt wenn man ihn ruft :zwinkern2:
 

Wirbelwind

Stammuser
Erster Hund
Grizu Shih Tzu * 10.04.2015
Zweiter Hund
Freki Shih Tzu * 02.06.2016
Hermelin, ich hatte über Google nen langen Thread gefunden, da schreiben auch ehemalige, die wurden rausgeschmissen wenn sie da nicht mitziehen wollten...

Lina, das stimmt schon, nur wurden früher die Hunde meiner Meinung nach nicht so in starre Pläne gepresst, lebten eher selbstverständlich mit.
Heute muss alles geregelt und genormt sein, feste Abläufe und Zeitpläne, alles akkurat und sauber...
Am besten fällt Hund heute gar nicht mehr auf, ich finde die Entwicklung schlimm :traurig2:
 

Bubuka

Stammuser
Mich verwundert es ehrlich gesagt, dass die heutige Hundehaltung so "schlechtgeredet" wird. Ist der Umgang mit dem Hund früher wirklich so viel besser geworden?

Als ich in Deinem Alter war, gab es 2 Sorten von Hundehaltern:
1.Die Hundehalter, die einen Hund brauchten, z. B. zur Jagd, als Wach- und Schutzhund.
(Dazu zähle ich auch Bauern, die einen Hund zum Bewachen des Hofes hatten.)

2.Die Hundehalter, die einen Hund aus Leidenschaft für diese Tiere gehalten haben.

Trotzdem, ich glaube kaum, dass früher viel mit "positiv arbeiten", "Bindungsaufbau", "Vertrauen" war.
Es gab Leute, die ihre Hunde mit Zwang und Strafen erzogen haben. Das war aber damals schon verpönt, auch wenn die positive Erziehung noch kein Begriff war.

Der Familienhund war einfach ein Teil der Familie, er durfte in das Leben der Familie reinwachsen, die Familie immer begleiten.
Prägung und Sozialisierung war ein Begriff, aber da wurde nicht viel Aufhebens drum gemacht. Man hat nicht gezielt Ausflüge mit dem Welpen gemacht, sondern den Welpen nach Möglichkeit immer mitgenommen.

Pinkelseen in der Wohnung, zerkaute Schuhe, wildes Toben usw. waren nie ein Thema. Man wusste, worauf man sich einlässt, wenn man einen Welpen im Haus hat.


Ich weiß nicht, ich kann mit diesem "natürlichen Umgang mit dem Hund", den es früher anscheinend gab, nicht so viel anfangen. Für mich klingt das ein bisschen sehr nach Verklärung der Vergangenheit.
Das sehen aber durchaus auch Fachleute so.

Nach BERGLER (1986) ist die „Sicht der Ganzheit“ vielen Menschen nicht mehr verständlich. Es fehlt ihnen der natürliche, entspannte Zugang zur Natur, zum Hund. Die ausgeglichene „Normalität“ im Umgang mit Tieren im Allgemeinen und Hunden im Besonderen ist vielen verloren gegangen (FEDDERSEN-PETERSEN 2004). Die einst selbstverständliche Symbiose wird aufgelöst.
 

Hermelin

Stammuser
Erster Hund
Hermes / Whippet (6)
Zweiter Hund
En-Lil / Whippet (1)
ist halt schwierig einzuschätzen, wenn da Ehemalige schreiben, die mit ihm im Streit auseinander gegangen sind, oder sonst irgendwie einen Prass auf ihn haben. Wäre nicht die erste Rufmordkampagne im Internet.
Versteh mich nicht falsch, ich weiß selbst nicht, wie er trainiert und bei der Heimlichtuerei liegt es natürlich auch nahe, dass da Dinge passieren, die nicht so erfreulich sind. Aber 'was genaues weiß man' eben nicht und ich tu mich schwer damit, jemanden für etwas zu verurteilen, von dem ich einfach nicht wirklich weiß, ob da was dran ist.
Natürlich ist man schnell dabei, jemanden zu verurteilen, für den man sich nicht sonderlich erwärmen kann. Aber das finde ich einfach nicht richtig.
 

Bubuka

Stammuser
Aber warum hier die Schleppleine so dermaßen schlecht geredet wird, kapier ich nicht.
Es geht nicht darum, dass die Schleppleine grundsätzlich schlecht ist.
Ich verwende bei Angsthunden aus dem Tierschutz auch eine Schleppleine.
Ich mag die Schleppleine nicht, wenn sie eingesetzt wird, obwohl es nur an Bindung und Vertrauen fehlt.

Man muss nur mal beobachten, wie empfänglich kleine Kinder für Signale der Eltern sind.
Vorsichtige Eltern, die ihr Kind ständig ermahnen, dass es langsam laufen soll, damit es nicht fällt, haben in der Regel Kinder, die ständig auf die Nase fallen.

Haben die Eltern hingegen Vertrauen in ihr Kind, dann sind die Kinder viel sicherer in ihrer Bewegung, viel sicherer in der Umwelt unterwegs.

Genauso empfänglich ist ein Hund für die Unsicherheitssignale des Hundehalters.
 

Wirbelwind

Stammuser
Erster Hund
Grizu Shih Tzu * 10.04.2015
Zweiter Hund
Freki Shih Tzu * 02.06.2016
Der TE hat selbst Videos eingestellt bei denen man schön die Box am Halsband sieht...
Was das genau ist wollte er selbst nach etlichem nachfragen nicht erklären :denken24:
 

Angua

Stammuser
Erster Hund
Mina 8.12.1996 - 2.5.2009
Zweiter Hund
Tiffany FT/BC 29.8.2008
@Muck
Ich bin nicht gegen Schleppleinen, ich habe mit Tiffy selber ein Jahr daran gearbeitet weil es fahrlässig gewesen wäre sie frei laufen zu lassen. Was ich ka..... finde ist das sie genutzt wird um Hunden etwas Freiheit zu gewähren und dabei wird nicht gearbeitet oder etwas getan um die Leine irgendwann mal lösen zu können.
 

Yacco

Gast
Es geht nicht darum, dass die Schleppleine grundsätzlich schlecht ist.
Ich verwende bei Angsthunden aus dem Tierschutz auch eine Schleppleine.
Ich mag die Schleppleine nicht, wenn sie eingesetzt wird, obwohl es nur an Bindung und Vertrauen fehlt.


Genauso empfänglich ist ein Hund für die Unsicherheitssignale des Hundehalters.

Woher sollen die HH wissen, daß eine Bindung besteht, wenn sie noch nicht mal die einfachsten " Worte " der Hunde Sprache beherrschen?
Ich bin ja sonst wirklich Meinungskonform mit@Bubuka ,
u.a. aber ist es da nicht besser. wenn solche HH die Schlepp benutzen?
 

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