Bubuka
Gesperrt
Da immer wieder eine große Unsicherheit besteht, wie man einen Welpen richtig behandelt und erzieht, habe ich mal etwas aus der Verhaltensforschung herausgesucht.
Die Grundlage für eine optimale Entwicklung des Welpen ist der richtige Umgang mit dem Welpen und eine von Sicherheit und Vertrauen geprägte Bindung zum Menschen.
Ohne diese Grundlage entwickeln sich in vielen Fällen Probleme.
Der folgende Text wurde geschrieben von:
Kynologos.AG
Gesellschaft für angewandte Verhaltensforschung bei Hunden
Eine unsichere/gestörte Bindung entsteht durch:
•
Nichterkennen, Nichtbeachten, Fehldeuten oder Verdrängen der Signale und des Ausdrucksverhaltens des Welpen, mit der Folge mangelhafter Bedürfnisbefriedigung.
•
Ständiger Wechsel der Betreuungsperson.
•
Beliebig wechselnde Fütterungszeiten und unregelmässiger Ablauf bei der täglichen Fürsorge. Routineartiges „Abfertigen“. Überforderung im Alleinsein.
•
Zuwendung gegenüber dem Welpen mit eingeschränkter, unechter oder nur gelegentlich innerer Beteiligung sowie Unbeständigkeit im Umgang mit
dem Hund nach jeweils verfügbarer Zeit oder augenblicklicher Lust und Laune.
•
Unwissenheit, Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit hinsichtlich Berücksichtigung der psychischen Grundbedürfnisse des jungen Hundes.
•
Gestörte Verständigung infolge Unkenntnis, Fehleinschätzung oder Vernachlässigung des wechselseitigen Ausdrucksverhaltens und Kommunikationsbedürfnisses.
Ausser Acht lassen, dass für einen vom Menschen nicht richtig oder gar unverstandenen Welpen das psychische Wohlbefinden schwer belastet und der Weg in eine gestörte Verhaltensentwicklung vorgezeichnet wird. Das gilt vor allem für das Ignorieren, Zurückweisen oder gar Bestrafen von Aufforderungsgesten oder Betreuungsappellen (sofern nicht ausnahmsweise kurzzeitiges Ignorieren zur Disziplinierung eingesetzt wird).
•
Nichtzustandekommen eines sich gegenseitig bestätigenden Blickkontaktes, vielleicht sogar gedankenloses oder „taktloses“ Anstarren des Welpen, das gar nicht zur Situation passt und von diesem als unverständliches und verunsicherndes Drohen empfunden wird.
•
Widersprüchlichkeiten zwischen Körpersprache und Umgangssprache. Maskenhaft monotone Mimik.
•
Fehlende Eindeutigkeit, Regelhaftigkeit und Bestimmtheit der abgegebenen Signale und Botschaften sowie Durchmischung und Überflutung sich
widersprechender Signale, z. B.: „Geh zu bleib da – sofort“, „Nein, Pfui! So ists brav“, „Platz!, Sitz! Leg dich hin!“
•
Unterschiedliche Verhaltensanweisungen in gleichartigen Situationen oder Verwendung unterschiedlicher Signale zu gleichen Verhaltensaufforderungen.
•
Nichtbeachtung und Nichterfüllen des grossen Spiel- und Kontaktbedürfnisses mit dem Menschen sowie Art- und Altersgenossen.
Störung des eigenaktiven Erkundungs- und Spielverhaltens durch Animation zum falschen Zeitpunkt.
•
Sachlich kühler, mehr nutzorientierter und wenig gefühlsbezogener Sozialkontakt.
•
Stimmungsabhängige Erfüllung des Kontaktbedürfnisses.
Zuwendung (z. B. durch Streicheln) dann, wenn es dem Welpenbesitzer danach ist und nicht dann, wenn es für den Welpen tatsächlich gut ist.
•
Scheinzuwendung, d. h. oberflächliche und fassadenhafte Fürsorge, die im Sinne gespielten Vorzeigeverhaltens mehr der Selbstdarstellung gegenüber anderen Personen
oder der eigenen Gewissensberuhigung dient. Wortreiches Beschönigen oder Verniedlichen von vermeidbaren Belastungssituationen.
•
Häufige Selbstüberlassenheit, wenig gemeinsame Aktivitäten, eingeschränkte Möglichkeiten zum Sammeln von Erfahrungen in der natürlichen sozialen und zivilisatorischen Umwelt.
•
Unüberlegtes und unangepasstes Einwirken auf den Welpen durch überbehütende Verhinderung von Eigenaktivitäten und Kontaktaufnahmen jeglicher Art.
•
Indirektes und direktes Belohnen oder Bestrafen angstmotivierten Verhaltens aufgrund Nichterkennens der augenblicklichen Stimmungslage und Befindlichkeit des Welpen.
Überstimulierung durch Reizüberflutung.
•
Unzureichendes Erkennen und Erfüllen der sich rasch wandelnden Entwicklungsansprüche und der sich bietenden Lerngelegenheiten durch ständiges Einengen der Entfaltung und des Entwicklungsraumes (z. B. durch verfrühte, unterdrückende oder einengende Erziehungsmethoden, sinnlose Disziplinierung oder Vorenthaltungen von Erkundungs- und Spielmöglichkeiten).
•
Meiden von Herausforderungen und deren gemeinsame Bewältigung, bedingt durch eigene Unsicherheit im richtigen Umgang mit dem Welpen.
Vernachlässigung des stets entwicklungsgerechten Heranführens an unterschiedliche Lern- und Umweltsituationen.
•
Ungeduld und Zeitmangel, Fehleinschätzung des Zeitbedarfes eines Welpen zur positiven Bewältigung neuer Situationen und daraus resultierende Überforderung durch Abverlangen von Verhaltensleistungen, zu denen der Welpe noch nicht in der Lage ist. Falscher Ehrgeiz und verfehltes Leistungsdenken.
Unzureichende Aufmerksamkeit und mangelnde Konzentration bei der Lenkung vorhersehbarer Lernsituationen und Vermeidung negativer Verknüpfungen.
•
Reagieren auf den Welpen in der Weise, dass unterschiedslos auf alle tatsächlichen oder vermeintlichen Bedürfnisse immer nur mit Sofortbefriedigung eingegangen wird.
Oft ist dabei das Ziel, den Welpen möglichst schnell wieder zur Ruhe zu bringen, um von ihm nicht weiter gestört zu werden.
Die Notwendigkeit gegenseitiger Verständigung wird als Dressur missverstanden. Der unverstandene, verwöhnte oder dressierte Welpe von heute wird zum neurotischen oder gar tyrannisierenden Hund von morgen!
•
Launenhaftigkeit und Stimmungsschwankungen, fehlende Konsequenz und Eigenkontrolle im Umgang mit dem Welpen. Strafen aus dem „Hinterhalt“. Despotenhafter Umgang und Jähzornausbrüche im Wechsel mit Verzweiflung über das eigene Fehlverhalten und bestürzten Wiedergutmachungsversuchen.
•
Einengender Sozialkontakt zu nur einer einzigen Bezugsperson mit der Folge von Unsicherheit und erhöhter Aggressionsbereitschaft gegenüber anderen Menschen.
•
Alle Formen von Bewertungskonflikten, die dem Welpen keine Klarheit darüber entstehen lassen, woran er mit uns ist oder wie er die in Erscheinung
tretenden Umweltgegebenheiten oder Umweltereignisse einordnen soll.
•
Unkenntnis oder Nachlässigkeit darin, dass der Hund unbedingt als Welpe ernst, sehr ernst genommen werden muss, denn:
Der Welpe ist der eigentliche Vater des erwachsenen Hundes!
Quelle: http://www.kynologos.ch/downloads/Spielend vom Welpen zum Hund_3.Auflage_1_2010.pdf
- - - Aktualisiert - - -
Eine sichere Bindung entsteht durch:
Feinfühligkeit seitens des Fürsorgegaranten durch die Fähigkeit, die Signale des Welpen zu erkennen, sie richtig zu interpretieren sowie angemessen und prompt darauf zu reagieren.
•
Konstante Verfügbarkeit eines Fürsorgegaranten.
•
Gleichmässigkeit im Tages- und Versorgungsrhythmus sowie verständnisvolle Berücksichtigung der Aktivitäts- und Ruhephasen. Schrittweises Lernen des Alleinseins.
•
Wohlwollende Verständigungsbereitschaft, die danach ausgerichtet ist, den Hund als Partner wirklich richtig verstehen zu wollen und von ihm als
verlässlicher „Rudelführer“ anerkannt zu sein.
•
Verständnisvolles Eingehen und einfühlsames Hineinversetzen in die hundliche Bedürfnis- und Erlebniswelt, also zu versuchen, die Dinge vom Stand punkt des Welpen aus zu sehen.
•
Aufbau der Kommunikation durch schrittweise Vertiefung des aufeinander bezogenen Verhaltens zwischen Mensch und Hund (Interaktionen). Bedenken, dass alles situationsbezogene Tun oder
Nichtstun immer auch Verständigungscharakter hat.
So trägt zum Beispiel auch Nichtstun (nicht reagieren) eine Botschaft in sich, nämlich die, dass keine Antwort auch eine Antwort ist, und zwar eine ablehnende.
Das gilt auch dann, wenn sie „nur“ auf nicht erkannten oder nicht verstandenen Signalen beruhen. Die so erzeugbaren Verunsicherungen und Missverständnisse sind zu vermeiden.
•
Aufnehmen eines zunächst streifenden Blickkontaktes, der zunehmend gefestigt und im gemeinsamen Miteinander situationsbezogen immer wieder gesucht und bedarfsweise gehalten wird. Entwickeln eines sich gegenseitig orientierenden Blickkontakts im Sinne eines verbindenden Bestätigungsverhaltens.
•
Regelhafte Übereinstimmung zwischen Mimik und Körpersignalen mit den sprachlichen und akustischen Signalen.
•
Deutliches Setzen natürlicher, anfangs verstärkt hervorgehobener akustischer Signale, Mimik- und Körpersignale, die sich zur Vermeidung von Missverständnissen deutlich voneinander unterscheiden.
•
Wiederholgenaue Verwendung von Signalen, also ein und dieselben Signale werden in immer gleicher Weise für den jeweils gleichen Bedeutungsinhalt eingesetzt.
•
Lustvolles gemeinsames Spielen und Erkunden in allen erdenklichen Formen sowie Erfüllen des Spielbedürfnisses mit Art- und Altersgenossen, z. B.
durch Teilnahme an fachkundig und seriös abgehaltenen Prägungsspieltagen.
•
Häufiger, intensiver und gefühlsbezogener Sozialkontakt.
•
Füttern aus der Hand, Körperkontakt und gemeinsames Ruhen auf dem Niveau des Hundes (d. h. am Boden, nicht im Bett). Tiergerechte Fell- und Körperpflege.
•
Soziale Kompetenz durch aufmerksame Nähe und Verfügbarkeit, Gelassenheit und Angemessenheit bei der Unterstützung des Welpen zur Bewältigung von Lernsituationen, aber auch von Ausnahme und Konfliktsituationen. Hilfe nur so weit, dass der Welpe das Entscheidende selbst tun kann. Sprechen nicht nur in Worten, sondern in Taten.
•
Frohgestimmtes gemeinsames Erkunden (in bis dahin fremder Umgebung) und vertrauensvolles Miteinander im Erleben und Erobern des noch fremden Bereichs an natürlicher, sozialer und zivilisatorischer Umwelt.
•
Gewähren und Fördern von Selbstständigkeit.
Einwirkungen auf die Aktivität des Welpen nur insoweit, als dies seinem Temperament nach, aus Erziehungsgründen oder für seine Sicherheit tatsächlich nötig ist.
•
Frühzeitiges Erkennen und Vermeiden von nicht bewältigbaren Belastungssituationen. Herbeiführung situationsgerechter Entspannung durch Situationswechsel oder Spielen.
•
Nutzung und Förderung von Lerngelegenheiten des Alltags, die die angeborenen Strategien des Erfahrungserwerbs angemessen herausfordern und so die Selbstsicherheit,
aber auch die Lernfähigkeit und das Problemlösevermögen steigern (gleichzeitige Wegbereitung späterer Arbeitsfreude und Cleverness).
•
Gemeinsame Bewältigung von (arrangierten) Herausforderungen, die bisherigen Fähigkeiten schrittweise erweitern, aber keine ängstigende Überforderung darstellen,
sondern Lust und Freude am eigenen sowie gemeinsamen Erfolg und Können bereiten.
•
Geduld und Ausgeglichenheit bei der Erwartung neuer kleiner Schritte in der Verhaltensentwicklung.
Zeit, Zeit, Zeit ... viel Zeit! Das Wohl des heranwachsenden Hundes und die gegenseitige Beziehung stehen im Vordergrund.
•
Vertrauenbildendes Lenken bei allen sich bietenden Lerngelegenheiten in der Weise, dass der Welpe zum Erfolg kommt und das gemeinsame
Tun positiv verknüpft werden kann.
•
Zunehmendes Eingehen auf den Welpen in der Weise, dass seine Aufforderungen nicht unmittelbar, sondern mehr und mehr im Sinne von Kompromissen oder erst nach gewissen Vorleistungen erfüllt werden. Das bedeutet beispielsweise, dass eine Belohnung (z. B. Futter) erst nach abgewarteter und erfüllter Verhaltensleistung erfolgt.
Wir lenken dabei nicht nur zielgerichtet sein Verhalten, sondern lassen in ihm das Gefühl wachsen, selbst etwas zu bewirken, aber auch sich auf uns verlassen zu können.
•
Auf- und Ausbau einer eindeutigen „Sozialordnung“ zwischen Mensch und Hund durch klare „Spielregeln“ im Miteinander.
Diese geben in erster Linie innere Sicherheit und Orientierung, bahnen die Erziehung an und begründen die spätere soziale Disziplin und Rangordnung.
•
Entfaltungsfreiheit für die soziale Neugier des Welpen zur schrittweisen Herstellung von differenzierten Sozialkontakten gegenüber weiteren Bezugspersonen.
•
Gezielte Auflösung von Unsicherheiten und Bewertungskonflikten. Beispielsweise dadurch, dass ängstigende, aber nicht wirklich gefährliche Situationen
(z. B. Vogelscheuche) gemeinsam „untersucht“ und letztlich als ungefährlich eingeordnet werden können.
•
Fürsorgliche Beachtung und Einrechnung der hohen Lernbereitschaft und des grossen Lernbedürfnisses eines Welpen und der vielfältigen Wege
intensivsten Lernens sowie der oft lebenslang haftenden Ergebnisse.
Quelle: http://www.kynologos.ch/downloads/Spielend vom Welpen zum Hund_3.Auflage_1_2010.pdf
Die Grundlage für eine optimale Entwicklung des Welpen ist der richtige Umgang mit dem Welpen und eine von Sicherheit und Vertrauen geprägte Bindung zum Menschen.
Ohne diese Grundlage entwickeln sich in vielen Fällen Probleme.
Der folgende Text wurde geschrieben von:
Kynologos.AG
Gesellschaft für angewandte Verhaltensforschung bei Hunden
Eine unsichere/gestörte Bindung entsteht durch:
•
Nichterkennen, Nichtbeachten, Fehldeuten oder Verdrängen der Signale und des Ausdrucksverhaltens des Welpen, mit der Folge mangelhafter Bedürfnisbefriedigung.
•
Ständiger Wechsel der Betreuungsperson.
•
Beliebig wechselnde Fütterungszeiten und unregelmässiger Ablauf bei der täglichen Fürsorge. Routineartiges „Abfertigen“. Überforderung im Alleinsein.
•
Zuwendung gegenüber dem Welpen mit eingeschränkter, unechter oder nur gelegentlich innerer Beteiligung sowie Unbeständigkeit im Umgang mit
dem Hund nach jeweils verfügbarer Zeit oder augenblicklicher Lust und Laune.
•
Unwissenheit, Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit hinsichtlich Berücksichtigung der psychischen Grundbedürfnisse des jungen Hundes.
•
Gestörte Verständigung infolge Unkenntnis, Fehleinschätzung oder Vernachlässigung des wechselseitigen Ausdrucksverhaltens und Kommunikationsbedürfnisses.
Ausser Acht lassen, dass für einen vom Menschen nicht richtig oder gar unverstandenen Welpen das psychische Wohlbefinden schwer belastet und der Weg in eine gestörte Verhaltensentwicklung vorgezeichnet wird. Das gilt vor allem für das Ignorieren, Zurückweisen oder gar Bestrafen von Aufforderungsgesten oder Betreuungsappellen (sofern nicht ausnahmsweise kurzzeitiges Ignorieren zur Disziplinierung eingesetzt wird).
•
Nichtzustandekommen eines sich gegenseitig bestätigenden Blickkontaktes, vielleicht sogar gedankenloses oder „taktloses“ Anstarren des Welpen, das gar nicht zur Situation passt und von diesem als unverständliches und verunsicherndes Drohen empfunden wird.
•
Widersprüchlichkeiten zwischen Körpersprache und Umgangssprache. Maskenhaft monotone Mimik.
•
Fehlende Eindeutigkeit, Regelhaftigkeit und Bestimmtheit der abgegebenen Signale und Botschaften sowie Durchmischung und Überflutung sich
widersprechender Signale, z. B.: „Geh zu bleib da – sofort“, „Nein, Pfui! So ists brav“, „Platz!, Sitz! Leg dich hin!“
•
Unterschiedliche Verhaltensanweisungen in gleichartigen Situationen oder Verwendung unterschiedlicher Signale zu gleichen Verhaltensaufforderungen.
•
Nichtbeachtung und Nichterfüllen des grossen Spiel- und Kontaktbedürfnisses mit dem Menschen sowie Art- und Altersgenossen.
Störung des eigenaktiven Erkundungs- und Spielverhaltens durch Animation zum falschen Zeitpunkt.
•
Sachlich kühler, mehr nutzorientierter und wenig gefühlsbezogener Sozialkontakt.
•
Stimmungsabhängige Erfüllung des Kontaktbedürfnisses.
Zuwendung (z. B. durch Streicheln) dann, wenn es dem Welpenbesitzer danach ist und nicht dann, wenn es für den Welpen tatsächlich gut ist.
•
Scheinzuwendung, d. h. oberflächliche und fassadenhafte Fürsorge, die im Sinne gespielten Vorzeigeverhaltens mehr der Selbstdarstellung gegenüber anderen Personen
oder der eigenen Gewissensberuhigung dient. Wortreiches Beschönigen oder Verniedlichen von vermeidbaren Belastungssituationen.
•
Häufige Selbstüberlassenheit, wenig gemeinsame Aktivitäten, eingeschränkte Möglichkeiten zum Sammeln von Erfahrungen in der natürlichen sozialen und zivilisatorischen Umwelt.
•
Unüberlegtes und unangepasstes Einwirken auf den Welpen durch überbehütende Verhinderung von Eigenaktivitäten und Kontaktaufnahmen jeglicher Art.
•
Indirektes und direktes Belohnen oder Bestrafen angstmotivierten Verhaltens aufgrund Nichterkennens der augenblicklichen Stimmungslage und Befindlichkeit des Welpen.
Überstimulierung durch Reizüberflutung.
•
Unzureichendes Erkennen und Erfüllen der sich rasch wandelnden Entwicklungsansprüche und der sich bietenden Lerngelegenheiten durch ständiges Einengen der Entfaltung und des Entwicklungsraumes (z. B. durch verfrühte, unterdrückende oder einengende Erziehungsmethoden, sinnlose Disziplinierung oder Vorenthaltungen von Erkundungs- und Spielmöglichkeiten).
•
Meiden von Herausforderungen und deren gemeinsame Bewältigung, bedingt durch eigene Unsicherheit im richtigen Umgang mit dem Welpen.
Vernachlässigung des stets entwicklungsgerechten Heranführens an unterschiedliche Lern- und Umweltsituationen.
•
Ungeduld und Zeitmangel, Fehleinschätzung des Zeitbedarfes eines Welpen zur positiven Bewältigung neuer Situationen und daraus resultierende Überforderung durch Abverlangen von Verhaltensleistungen, zu denen der Welpe noch nicht in der Lage ist. Falscher Ehrgeiz und verfehltes Leistungsdenken.
Unzureichende Aufmerksamkeit und mangelnde Konzentration bei der Lenkung vorhersehbarer Lernsituationen und Vermeidung negativer Verknüpfungen.
•
Reagieren auf den Welpen in der Weise, dass unterschiedslos auf alle tatsächlichen oder vermeintlichen Bedürfnisse immer nur mit Sofortbefriedigung eingegangen wird.
Oft ist dabei das Ziel, den Welpen möglichst schnell wieder zur Ruhe zu bringen, um von ihm nicht weiter gestört zu werden.
Die Notwendigkeit gegenseitiger Verständigung wird als Dressur missverstanden. Der unverstandene, verwöhnte oder dressierte Welpe von heute wird zum neurotischen oder gar tyrannisierenden Hund von morgen!
•
Launenhaftigkeit und Stimmungsschwankungen, fehlende Konsequenz und Eigenkontrolle im Umgang mit dem Welpen. Strafen aus dem „Hinterhalt“. Despotenhafter Umgang und Jähzornausbrüche im Wechsel mit Verzweiflung über das eigene Fehlverhalten und bestürzten Wiedergutmachungsversuchen.
•
Einengender Sozialkontakt zu nur einer einzigen Bezugsperson mit der Folge von Unsicherheit und erhöhter Aggressionsbereitschaft gegenüber anderen Menschen.
•
Alle Formen von Bewertungskonflikten, die dem Welpen keine Klarheit darüber entstehen lassen, woran er mit uns ist oder wie er die in Erscheinung
tretenden Umweltgegebenheiten oder Umweltereignisse einordnen soll.
•
Unkenntnis oder Nachlässigkeit darin, dass der Hund unbedingt als Welpe ernst, sehr ernst genommen werden muss, denn:
Der Welpe ist der eigentliche Vater des erwachsenen Hundes!
Quelle: http://www.kynologos.ch/downloads/Spielend vom Welpen zum Hund_3.Auflage_1_2010.pdf
- - - Aktualisiert - - -
Eine sichere Bindung entsteht durch:
Feinfühligkeit seitens des Fürsorgegaranten durch die Fähigkeit, die Signale des Welpen zu erkennen, sie richtig zu interpretieren sowie angemessen und prompt darauf zu reagieren.
•
Konstante Verfügbarkeit eines Fürsorgegaranten.
•
Gleichmässigkeit im Tages- und Versorgungsrhythmus sowie verständnisvolle Berücksichtigung der Aktivitäts- und Ruhephasen. Schrittweises Lernen des Alleinseins.
•
Wohlwollende Verständigungsbereitschaft, die danach ausgerichtet ist, den Hund als Partner wirklich richtig verstehen zu wollen und von ihm als
verlässlicher „Rudelführer“ anerkannt zu sein.
•
Verständnisvolles Eingehen und einfühlsames Hineinversetzen in die hundliche Bedürfnis- und Erlebniswelt, also zu versuchen, die Dinge vom Stand punkt des Welpen aus zu sehen.
•
Aufbau der Kommunikation durch schrittweise Vertiefung des aufeinander bezogenen Verhaltens zwischen Mensch und Hund (Interaktionen). Bedenken, dass alles situationsbezogene Tun oder
Nichtstun immer auch Verständigungscharakter hat.
So trägt zum Beispiel auch Nichtstun (nicht reagieren) eine Botschaft in sich, nämlich die, dass keine Antwort auch eine Antwort ist, und zwar eine ablehnende.
Das gilt auch dann, wenn sie „nur“ auf nicht erkannten oder nicht verstandenen Signalen beruhen. Die so erzeugbaren Verunsicherungen und Missverständnisse sind zu vermeiden.
•
Aufnehmen eines zunächst streifenden Blickkontaktes, der zunehmend gefestigt und im gemeinsamen Miteinander situationsbezogen immer wieder gesucht und bedarfsweise gehalten wird. Entwickeln eines sich gegenseitig orientierenden Blickkontakts im Sinne eines verbindenden Bestätigungsverhaltens.
•
Regelhafte Übereinstimmung zwischen Mimik und Körpersignalen mit den sprachlichen und akustischen Signalen.
•
Deutliches Setzen natürlicher, anfangs verstärkt hervorgehobener akustischer Signale, Mimik- und Körpersignale, die sich zur Vermeidung von Missverständnissen deutlich voneinander unterscheiden.
•
Wiederholgenaue Verwendung von Signalen, also ein und dieselben Signale werden in immer gleicher Weise für den jeweils gleichen Bedeutungsinhalt eingesetzt.
•
Lustvolles gemeinsames Spielen und Erkunden in allen erdenklichen Formen sowie Erfüllen des Spielbedürfnisses mit Art- und Altersgenossen, z. B.
durch Teilnahme an fachkundig und seriös abgehaltenen Prägungsspieltagen.
•
Häufiger, intensiver und gefühlsbezogener Sozialkontakt.
•
Füttern aus der Hand, Körperkontakt und gemeinsames Ruhen auf dem Niveau des Hundes (d. h. am Boden, nicht im Bett). Tiergerechte Fell- und Körperpflege.
•
Soziale Kompetenz durch aufmerksame Nähe und Verfügbarkeit, Gelassenheit und Angemessenheit bei der Unterstützung des Welpen zur Bewältigung von Lernsituationen, aber auch von Ausnahme und Konfliktsituationen. Hilfe nur so weit, dass der Welpe das Entscheidende selbst tun kann. Sprechen nicht nur in Worten, sondern in Taten.
•
Frohgestimmtes gemeinsames Erkunden (in bis dahin fremder Umgebung) und vertrauensvolles Miteinander im Erleben und Erobern des noch fremden Bereichs an natürlicher, sozialer und zivilisatorischer Umwelt.
•
Gewähren und Fördern von Selbstständigkeit.
Einwirkungen auf die Aktivität des Welpen nur insoweit, als dies seinem Temperament nach, aus Erziehungsgründen oder für seine Sicherheit tatsächlich nötig ist.
•
Frühzeitiges Erkennen und Vermeiden von nicht bewältigbaren Belastungssituationen. Herbeiführung situationsgerechter Entspannung durch Situationswechsel oder Spielen.
•
Nutzung und Förderung von Lerngelegenheiten des Alltags, die die angeborenen Strategien des Erfahrungserwerbs angemessen herausfordern und so die Selbstsicherheit,
aber auch die Lernfähigkeit und das Problemlösevermögen steigern (gleichzeitige Wegbereitung späterer Arbeitsfreude und Cleverness).
•
Gemeinsame Bewältigung von (arrangierten) Herausforderungen, die bisherigen Fähigkeiten schrittweise erweitern, aber keine ängstigende Überforderung darstellen,
sondern Lust und Freude am eigenen sowie gemeinsamen Erfolg und Können bereiten.
•
Geduld und Ausgeglichenheit bei der Erwartung neuer kleiner Schritte in der Verhaltensentwicklung.
Zeit, Zeit, Zeit ... viel Zeit! Das Wohl des heranwachsenden Hundes und die gegenseitige Beziehung stehen im Vordergrund.
•
Vertrauenbildendes Lenken bei allen sich bietenden Lerngelegenheiten in der Weise, dass der Welpe zum Erfolg kommt und das gemeinsame
Tun positiv verknüpft werden kann.
•
Zunehmendes Eingehen auf den Welpen in der Weise, dass seine Aufforderungen nicht unmittelbar, sondern mehr und mehr im Sinne von Kompromissen oder erst nach gewissen Vorleistungen erfüllt werden. Das bedeutet beispielsweise, dass eine Belohnung (z. B. Futter) erst nach abgewarteter und erfüllter Verhaltensleistung erfolgt.
Wir lenken dabei nicht nur zielgerichtet sein Verhalten, sondern lassen in ihm das Gefühl wachsen, selbst etwas zu bewirken, aber auch sich auf uns verlassen zu können.
•
Auf- und Ausbau einer eindeutigen „Sozialordnung“ zwischen Mensch und Hund durch klare „Spielregeln“ im Miteinander.
Diese geben in erster Linie innere Sicherheit und Orientierung, bahnen die Erziehung an und begründen die spätere soziale Disziplin und Rangordnung.
•
Entfaltungsfreiheit für die soziale Neugier des Welpen zur schrittweisen Herstellung von differenzierten Sozialkontakten gegenüber weiteren Bezugspersonen.
•
Gezielte Auflösung von Unsicherheiten und Bewertungskonflikten. Beispielsweise dadurch, dass ängstigende, aber nicht wirklich gefährliche Situationen
(z. B. Vogelscheuche) gemeinsam „untersucht“ und letztlich als ungefährlich eingeordnet werden können.
•
Fürsorgliche Beachtung und Einrechnung der hohen Lernbereitschaft und des grossen Lernbedürfnisses eines Welpen und der vielfältigen Wege
intensivsten Lernens sowie der oft lebenslang haftenden Ergebnisse.
Quelle: http://www.kynologos.ch/downloads/Spielend vom Welpen zum Hund_3.Auflage_1_2010.pdf
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