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Mögliche Trainingsansätze bei unerwünschtem Jagdverhalten

Dieses Thema im Forum "Hundeverhalten & Erziehung" wurde erstellt von Blumenfee2017, 15. Februar 2017.

  1. Amica

    Amica Stammuser

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    Aus gegebenem Anlass habe ich mal eine Frage zum Thema "Antijagdtraining" und dachte, dafür brauche ich keinen eigenen Thread erstellen, weil es hier eigentlich gut reinpasst. Also folgendes:

    Bei Rico habe ich bisher immer fleißig das Vorstehen bestätigt. Also: Rico erblickt Wild -> verharrt -> Click und Belohnung. Man merkt auch deutliche Erfolge; anstatt direkt loszurasen bleibt Rico meistens erst einmal stehen und wartet auf eine Reaktion von mir. So wirklich zuverlässig ist das aber (noch) nicht; ist der Reiz zu stark oder reagiere ich einen Sekundenbruchteil zu spät, gehen die Pferde trotzdem mit ihm durch.
    Da Rico das Sitz auf Entfernung inzwischen auch ziemlich gut beherrscht, probiere ich nun aus, dies ins Antijagdtraining einzubauen. Also: Rico erblickt Wild -> Sitz-Signal -> Rico setzt sich -> Click + Belohnung. Meine Idee ist, dass das Sitz eine sicherere "Park-Position" ist als das Steh, dass er sich also im Sitz nicht ganz so schnell zum Lossprinten verleiten lässt.
    Im Prinzip klappt das auch gar nicht so schlecht. Wenn Rico gerade beim Vorstehen ist, setzt er sich ziemlich zuverlässig hin; ist er in der Bewgung (ich spreche hier nicht von Vollspeed-Hetzen, sondern eher vom "Anschleichen" ans Wild), führt mein "Sitz" dazu, dass er stehenbleibt. Bei einem zweiten "Sitz"-Signal setzt er sich dann i. d. R. hin.
    Meine Frage bezieht sich auf den Moment nach dem Click: Wenn ich das Sitz anclicke (oder manchmal auch, wenn ich es nur verbal lobe), springt Rico nämlich meistens auf und kommt in meine Richtung. Und ich weiß nicht, ob ich das in dieser Situation korrigieren oder ignorieren soll.

    Für ein Ignorieren spricht meiner Meinung nach:
    • Sich vom Wild abwenden und zu mir kommen ist ja eigentlich noch besser, als sich zwar zu setzen, aber das Wild weiter anzustarren.
    • Eine Korrektur würde Rico in dem Moment vielleicht frustrieren und ihn dazu verleiten, dann eben doch hinter dem Wild herzugehen.
    Für ein Korrigieren spricht:
    • Grundsätzlich möchte ich ja, dass mein Hund ein Kommando nicht selbstständig auflöst. In allen anderen Situationen bestehe ich auch darauf, dass er so lange bleibt, bis ich ihm etwas anderes sage. Zudemmöchte ich das "Sitz" ja gerade in dieser Situation als relativ sichere Position, in der Rico sich weniger leicht zum Lossprinten verleiten. Aber diese "Sicherheit" kann ich ja nur gewinnen, wenn er auch lernt, dass er so lange bleiben muss, bis ich ihm etwas anderes sage. Wenn er jetzt von Anfang an lernt, dass er sich bei Wildsichtung zwar hinsetzen soll, aber sobald er will wieder aufspringen kann, habe ich ja letztlich nichts gewonnen.
    • Das Aufspringen und Loslaufen (auch, wenn es vom Wild weg ist) hat schon in der einen oder anderen Situation das WIld (meistens sind es Enten oder andere Vögel) dazu verleitet, aufzuflattern - was dann wiederum Rico dazu verleitete, sich im letzten Moment doch für die Hatz und gegen meine Belohnung zu entscheiden.
    Daher bin ich gerade hin- und hergerissen, wie ich mich in dieser Situation verhalten soll. Vielleicht stehe ich auch gerade vollkommen auf dem Schlauch.... aber ich bin sicher, ihr könnt mir weiterhelfen.:)


    Ach, und bei dieser Gelegenheit vielleicht gleich noch eine Frage: Sollte ich ab jetzt dazu übergehen, Rico konsequent immer bei Wildsichtung absitzen zu lassen? Damit er das besser verinnerlicht und sich irgendwann u. U. sogar ohne Kommando hinsetzt? Oder wäre es auch sinnvoll, z. B. ab und zu weiterhin auch das Abrufen von Wild zu trainieren, wenn ich den Eindruck habe, dass es in dieser Situation machbar ist?

    Ich danke euch schon im Voraus für eure Ideen und Vorschläge!:)

    Liebe Grüße
    Amica
     
  2. T S
    Blumenfee2017

    Blumenfee2017 Stammuser

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    Meine erste Frage an mich selbst wäre, wie ein Klick oder Lob im sonstigen Alltag verwendet wird. Sehr viele Hunde lösen Kommandos nach Lob oder Klick auf, weil sie es so gelernt haben. Wenn er das in anderen Situationen auch macht und du möchtest, dass das nicht der Fall ist, würde ich da mal ansetzen und das generell üben.

    In Bezug auf die Wildsichtung läge mein persönlicher Fokus klar darauf, dass er bei Wild soweit ist, dass er sich abwendet und zu dir kommt. Da wäre ein sauber ausgeführtes Kommando für mich zweitrangig. Und das beste Verhalten bei Wild, das du haben kannst, ist abwenden und zu dir kommen. Da verliert bei mir ganz klar das Sitz und ich würde das Abwenden und Kommen auch noch kräftig loben und mich freuen, wenn ich den Sitz-Zwischenstop irgendwann gar nicht mehr brauche.
     
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  3. Karojaro

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    Ich kann hier nur für uns schreiben. Ich weiß, dass meine Hunde nach dem Klick oder Lob das Kommando aufheben, um ihre Belohnung bei mir zu erhalten.
    Ich klicke bei Sichtung das Vorstehen, wenn sie dann bei mir die Belohnung haben wollen, um so besser, weil sie ja dann zu mir kommen.
     
  4. Silkies

    Silkies Stammuser

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    Generell wäre es mir auch in dieser Situation wichtiger, dass mein Hund sich sogar von dem eigentlichen Reiz abwendet um sich die Belohnung bei mir zu holen. Ich denke, die können das situativ schon unterscheiden. (Das Prinzip selbst wird manchmal sogar gezielt eingesetzt, M. Cordt nennt das sehr treffend "wegloben".)

    Wenn dir aber die stabile Position wichtig ist, ohne dass du groß korrigieren oder gar ein Fehlersignal geben willst, dann würde ich das zunächst getrennt üben, und zwar schlicht über die Belohnung. Das mache ich auch so, und zwar dann, wenn ich nach dem Click trotzdem eine stabile Position haben möchte. Schritt eins: Click, und dann lobe ich schon mal per Stimme, den Keks gibt es aber an genau der Stelle, wo sich die Nase des Hundes befunden hätte, wäre er in der korrekten Position geblieben. Natürlich erst mal auf kurze Entfernungen. Das haben die meisten Hunde schnell raus. Dann mache ich die Entfernungen etwas größer, und gehe nach dem Click sofort auf den Hund zu. So lange er bleibt, lege ich dabei einen flotten Schritt vor. Verändert er die Position, bleibe ich kommentarlos mit meinem Keks in der Hand stehen. Und gehe erst weiter, wenn er seine Position wieder einnimmt. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Schritt eins sicher verstanden ist bevor man die Entfernung dazunimmt.

    Und mit je mehr Übungen man das schon mal so gemacht hat, desto besser versteht der Hund natürlich auch das Prinzip.
     
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  5. Amica

    Amica Stammuser

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    Danke schon mal für eure Antworten und Denkanstöße!:) Wenn noch jemand einen guten Gedanken zur Frage hat, darf er/sie sich natürlich gerne noch melden.:)

    Also ich lege schon auch in anderen Situationen Wert darauf, dass ein Kommando auch nach Click nicht selbstständig aufgelöst wird. Wenn wir also z. B. in anderen Situationen "Sitz Bleib" üben, clicke ich zwischendurch mehrmals und bringe ihm sein Futter, sodass er nicht aufspringt. Ich denke auch, dass ihm dieses Prinzip durchaus klar ist. Ich glaube, das Problem ist eher, dass "Bleib" grundsätzlich nicht sein Lieblingskommando ist.:cool: Ein längeres Sitz-/Platz-Bleib fällt ihm deutlich schwerer als z. B. Lucy oder Ronja. In der Situation einer Wildsichtung kommt dann sicherlich noch hinzu, dass sein Erregungszustand erhöht ist, wodurch ihm das "Bleib" dann erst recht schwerfällt.

    Was haltet ihr von diesem Plan:
    • In der Wildsichtungssituation pfeife ich auf das saubere Bleiben und belohne das Abwenden bzw. Kommen.
    • Unabhängig von der Situation am Wild trainiere ich noch einmal verstärkt das "Sitz" auf Entfernung und achte dabei noch einmal verstärkt auf ein sauberes Bleiben, auch nach einem Click.
    Wenn's gut läuft, hätte ich dann vielleicht am Ende zwei Möglichkeiten für Wildsichtungen: Entweder, es gelingt ihm, sich abzuwenden und zu kommen (auf Dauer hoffentlich ohne das "Sitz" als Zwischenschritt). Oder, für den Fall, dass er das nicht schafft, kann ich ihn noch auf Entfernung ins "Sitz" bringen, wobei er das Wild beobachtet, aber auf Dauer nicht direkt wieder aufspringt.

    Haltet ihr das für eine realistische Perspektive?

    Liebe Grüße
    Amica
     
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  6. Karojaro

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    Ich schreib wieder nur von uns, Aslan schafft es bei der sehr hohen Erregung am Wild nicht, sich auf Kommando zu setzen. Ab und an macht er es von sich aus.
     
  7. T S
    Blumenfee2017

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    Ich poste das Video hier nochmal, da es irgendwo dazu passt (und ich mich außerdem so drüber freue endlich ein Video zu haben - ich probier das echt schon länger :D )

    Man sieht am Anfang des Videos wie Loomie auf 2 Hasen reagiert, die recht nahe links von ihr im Feld hochgehen. Einen Hasen sieht man recht gut, der andere ist in die entgegengesetzte Richtung davon gezischt.


    Nachdem es im Fotothread schon Fragen dazu gab und die hier besser hin passen, zitier ich das mal hier rüber.

    Früher war Loomie auch oft noch sehr lange nach einer Wildsichtung aufgeregt und sie konnte es auch, sich einprägsame Momente gut zu merken und das nächste Mal in der Gegend (das konnte auch deutlich später sein, als am nächsten Tag) wieder aktiv zu suchen.

    Ich setze da an zwei Ecken an...

    Zum Einen lasse ich nur ein gewisses Level an aufgeregtem Suchen zu, wenn das überschritten wird, schränke ich die Bewegungsfreiheit des Hundes auch mal ein, indem er aktiv an die Leine kommt bzw. ich eine Leine kürze und vermehrt Aufmerksamkeit einfordere. Ist es ganz schlimm fordere ich auch mal mit Intensität Aufmerksamkeit ein, indem ich zB Zickzack gehe, usw. Ich schaue auch nicht, dass ich schnell über solche Stellen (wo ja gar kein Wild ist) drüber komme, sondern arbeite dann an der Stelle gezielt daran, dass Hund sich konzentrieren kann. Natürlich immer in einem angemessenen Maß, aber üblicherweise geht das gut ;)

    Zum Anderen ist es mir durchaus ein Anliegen, dass meine Hunde lernen Wild generell als möglichst unaufregend wahrzunehmen. Dh ich achte bei Wildsichtungen stark darauf selbst ruhig zu bleiben, eine ruhige Stimme zu behalten und nach Möglichkeit keine große Sache draus zu machen. Das ist dann aber schon so ein wenig die Advanced Version, die nur dann zieht, wenn der Hund Wildsichtungen an sich schon recht gut kann. Wenn ich zuerst mal Situationsmanagement betreiben muss, bleibe ich zwar nach Möglichkeit auch ruhig, aber da gehen andere Dinge halt vor. Bei Loomie im Speziellen hatte ich zusätzlich den Faktor, dass ich sie sehr hochwertig und sehr aufregungsfördernd mit Spielzeug belohne, früher auch weit intensiver als auf dem Video zu sehen. Das hat natürlich auch ein entsprechendes Erregungslevel und auch eine gewisse Erwartungshaltung im Hund geschaffen. Mir war das allerdings für die ersten Schritte mal egal, wichtig war, dass sie sicher steht und nicht rennt. Erst als das sehr zuverlässig war, habe ich begonnen hier immer mehr abzubauen. Wildsichtungen auf große Distanz belohne ich mittlerweile oft auch einfach mit Futter, das schraubt den Hund weniger hoch. Ich nutze auch zB Rehgruppen, die sich in Distanz um uns am Feld bewegen gerne, um vor allem mit Loomie Ruhe bei Wildsichtungen zu üben. Da schlendern wir dann halt gezielt langsam, setzen uns auf eine Bank und schauen denen zu, usw. Ab und zu gibt es ein Leckerchen aber mehr auch schon nicht. So geht das mit der Zeit dann auch, dass Frau Hund sich mehr und mehr entspannt. Wobei man dazu sagen muss, dass Wildsichtungen bei uns auch ein gewisses Level an Routine haben. Wir treffen hier viel öfter Wild als Menschen oder Hunde. Dh es wird auch einfach mehr und mehr zur Normalität. Meine Huskies zB reagieren kaum noch auf Wild - da muss das wirklich schon nahe und spannend sein, damit sie überhaupt mal mit gespitzten Ohren schauen. Mia schon mehr, aber auch nicht dramatisch...
     
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  8. Amica

    Amica Stammuser

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    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!:)

    Das ist auch mein Ansatz, allerdings finde ich das teilweise schon echt tricky. Lucy war ja von Anfang an (schon als Welpe) ein Hund, der draußen kaum auf uns geachtet hat. Leine ab und zack! - weg. Das ist inzwischen schon viel, viel besser geworden, aber wenn sie z. B. eine Spur aufnimmt, ist es ihr egal, ob ich zickzack laufe oder mich umdrehe und in die entgegengesetzte Richtung weggehe. Sie achtet dann nicht mehr auf mich und merkt somit auch erst mal gar nicht, wenn ich weg bin. Das Einzige, was inzwischen (Gott sei Dank!) weitgehend zuverlässig klappt, ist der Pfiff. Hat sie noch kein Wild aufgescheucht, sondern hat nur eine Spur, lässt sie sich in der Regel abpfeifen. Sobald sie bei mir ist, muss sie dann aber an die Leine, weil sie sonst sofort wieder kehrt machen würde. Das finde ich problematisch, denn natürlich hat sie vorher eine (Super-)Belohnung fürs Kommen bekommen, aber dennoch wird sie das Anleinen als "Strafe" fürs Kommen empfinden, denke ich. Der Pfiff ist somit eine Lösung, die wir uns in dieser Situation nicht allzu häufig erlauben dürfen, damit er nicht seine Wirkung verliert. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich sehr dankbar, dass der Pfiff inzwischen gut genug sitzt, um sie in dieser Situation noch zurückholen zu können!

    Das ist eine gute Anregung. Prinzipiell weiß ich eigentlich, dass man das so machen soll, aber im Alltag möchte ich dann doch oft möglichst schnell von dieser Stelle weg. Zum einen, weil ich mir nicht sicher sein kann, ob an der Stelle wirklich kein Wild ist. Wir hatten es anfangs häufig, dass Lucy eine Spur hatte und wir dachten "Aber hier ist ja jetzt nichts." Und eine Minute später sprang dann doch ein Hase hinter einem Büschel hohem Gras hervor.:eek: Zum anderen ist Lucy dann durch ihre hibbelige Art auch sehr anstrengend.:oops: Aber gut, dass du mir noch einmal ins Gedächtnis gerufen hast, wie wichtig es ist, sie dennoch dieser Erregung gezielt auszusetzen; danke dafür!:)

    Liebe Grüße
    Amica
     
  9. T S
    Blumenfee2017

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    Ich gebe zu, ein Hund der draußen nicht auf mich achtet ist bei mir relativ flott an der Leine. Meine Gleichung ist da wirklich Aufmerksamkeit gegen Radius/Bewegungsfreiheit und da bin ich auch recht rigoros und das ist mir wichtiger als ein perfekter Rückruf. Ich habe lieber einen Hund, der soweit auf mich achtet, dass ich mir nicht allzu viele Sorgen machen muss, als einen Hund, der zwar immer brav angeschossen kommt, wenn ich rufe dafür aber ständig gerufen werden muss, weil er immer mit dem Hirn woanders und mit dem Körper über alle Berge ist.

    ZickZack laufen tu ich üblicherweise ebenso an der Leine - es ist zwar schön, wenn es ohne geht aber wenn nicht, eben nicht ;)

    Ich halte Hunde auch davon ab sich zu sehr an Spuren festzusaugen. Schnüffeln ist ok aber Nase an und Kopf aus eben nicht. Auch hier leine ich im Falle des Falles an und unterbreche bzw. fordere Aufmerksamkeit ein.

    Wenn du den Superpfiff immer nur anwendest, wenn sie an einer Spur ist und dann auch immer anleinst, könnte das passieren. Wenn du ihn zwischendurch auch einfach mal so anwendest oder bei einer Spur + Superpfiff dann vielleicht auch einfach mal wieder 100m ohne Leine mit ihr in die andere Richtung gehst, sollte das Problem aber nicht bestehen. Da muss man einfach ein wenig darauf achten :)

    Ich weiß, diese Einstellung ist nicht besonders beliebt, aber ich für mich lasse tatsächlich keinen Hund frei laufen, bei dem die Frage "wird das gut gehen?" mit "aber nur, wenn da jetzt kein Wild ist" beantwortet werden kann. Klar irgendwann muss man anfangen und gerade der Hase, der direkt vor seiner Nase hoch geht, könnte auch meine noch nicht sooo lange freilaufenden Hunde (aktuell Mex & Lupo) durchaus noch überfordern. Aber es könnte auch sein, dass sie es können ;) ... Wäre ein Spaziergang mit einem Hund im Freilauf ein Bibberspiel "hoffentlich kommt jetzt kein Wild" wäre der Hund bei mir an der Schleppleine ;)
     
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  10. Amica

    Amica Stammuser

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    Wir geben uns sehr viel Mühe, sie möglichst nicht sofort nach dem Pfiff anzuleinen und auch mal in "harmlosen" Situationen abzupfeifen, sodass sie nach der Superbelohnung sofort wieder laufen kann. Die Hundetrainerin meinte aber damals, in 90%(!) der Fälle sollte in einfachen Situationen gepfiffen und danach wieder laufen gelassen werden. Zusätzlich solle der Pfiff nur alle zwei bis drei Tage überhaupt zum Einsatz kommen, damit er (und vor allem die Superbelohnung) sich nicht abnutzt. Und diese Zahlen so einzuhalten, finde ich dann doch etwas schwierig.:oops:

    Ja, bei uns auch. Einfach, weil ich das Gefühl nicht ertragen kann, keine Kontrolle zu haben. Die Angst, dass mir mein Hund abhanden kommt, ist mir dann einfach zu groß.
    Allerdings schenkt Lucy uns, wie gesagt, inzwischen draußen schon deutlich mehr Aufmerksamkeit als noch in ihrem ersten Lebensjahr. Vor allem ist es ihr inzwischen nicht mehr egal, wo wir abgeblieben sind.

    Du kannst mir glauben, dass wir Lucy nicht leichtfertig irgendwo laufen lassen, in der wackeligen Hoffnung, dass es schon irgendwie gutgehen wird.;) Schleppleine ist bei uns allerdings ein schwieriges Thema. Seitdem meine Mutter zweimal schwer gestürzt ist, weil Lucy in die Schleppleine gerast ist, möchte sie nicht mehr, dass die Schlepp zum Einsatz kommt. (Und ja, sicherlich war ihr, bzw. unser, Handling der Schleppleine zu diesem Zeitpunkt verbesserungswürdig und hätten wir mehr Erfahrung und Übung mit der Schlepp gehabt, wäre das wahrscheinlich nicht passiert. Dennoch sitzt diese Erfahrung tief.) Für Lucy heißt es also: entweder Freilauf oder kurze Leine (5-Meter-Schlepp ist das Höchste der Gefühle).

    In der Praxis bedeutet das für uns, dass Lucy fast überall an der kurzen Leine unterwegs sein muss. Aber auf dem Deich am Fluss entlang, der eingezäunt ist, weil dort ab und an Schafe stehen, lassen wir sie schon frei laufen. Obwohl auf dem Fluss Enten sind und auf den angrenzenden Feldern ggf. Hasen oder Rehe sein können. Da Lucy aber weder schwimmen geht noch über den Zaun springt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie wirklich an das Wild herankommt, verschwindend gering. Außerdem halten wir natürlich die Augen offen und leinen sie vorsichtshalber an, sobald wir Wild sehen.

    Liebe Grüße
    Amica
     
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