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Mischling xMischling=Rassehund?

Dieses Thema im Forum "Rassekunde" wurde erstellt von Entenwackele, 22. Oktober 2017.

  1. Entenwackele

    Entenwackele Stammuser

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    Für viele von Euch ist die Frage bestimmt doof,aber ich stelle sie mir tatsächlich oft,wenn ich Mischlingshunde sehe,die einer,der in ihnen vorhandenen Rassen ,nahezu gleichen.

    Und mit Genetik und Zucht kenne ich mich nicht wirklich aus...

    ...wäre es theoretisch möglich,rein genetisch gesehen,aus Mischlingen wieder Rassehunde zu züchten?

    Angenommen,ich nehme jetzt einfach ein Beispiel,zwei Dackel-Pudel-Mischlinge haben einen Wurf zusammen,wäre es dann möglich,dass bei den Welpen wieder reinrassige Dackel und Pudel raus kommen?
     
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  2. derDobermann

    derDobermann Stammuser

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    Ich denke schon. Rassehunde sind ja auch nicht einfach so auf die Welt gekommen, da wurde und wird dran rumgebastelt bis es "passt".

    Aber es dauert halt alles seine Zeit. Und ich weiß nicht ab welcher Generation der Hund dann als Rasse wirklich anerkannt wird....

    Und man muss auch andere Rassen mit einbeziehen um Erfolg zu haben.
     
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  3. Amica

    Amica Stammuser

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    In der Theorie ja, in der Praxis nein.
    Wie Menschen auch haben Hunde einen doppelten Chromosomensatz. Das heißt, jedes Chromosom ist in jeder Körperzelle zweimal vorhanden. Das eine Chromosom hat der Hund jeweils vom Vater erhalten, das andere von der Mutter. Ein Dackel-Pudel-Mix hat also in jeder Zelle jedes Chromosom einmal in der "Pudelausführung" und einmal in der "Dackelausführung".
    Bei der Bildung der Eizellen bzw. Spermien wird aus dem doppelten wieder ein einfacher Chromosomensatz gemacht (damit bei der Verschmelzung von Eizelle und Spermium wieder ein doppelter herauskommt). Dafür teilt sich eine "Ur-Keimzelle" mit doppeltem Chromosomensatz in der Weise, dass in den beiden Tochterzellen nur noch der einfache Chromosomensatz vorliegt. Die Chromosomenpaare aus der Ur-Keimzelle werden also getrennt, und das geschieht nach dem Zufallsprinzip.
    Für deine Idee müsste bei einer Dackel-Pudel-Mix-Hündin eine Ur-Keimzelle so geteilt werden, dass alle Pudel-Chromosomen in die eine Tochterzelle (=Eizelle) wandern und alle Dackel-Chromosomen in die andere. Das ist theoretisch möglich, aber schon sehr unwahrscheinlich. Die aller-, allermeisten Eizellen der Hündin werden einen Mix aus Dackel- und Pudel-Chromosomen enthalten.
    Und das reicht ja noch nicht aus: Dasselbe müsste auch bei deinem Dackel-Pudel-Mix-Rüden passieren, sodass auch der ein reines "Dackel-Spermium" und ein reines "Pudel-Spermium" bildet. Und bei dem Rüden ist dieses Ereignis genauso unwahrscheinlich wie bei der Hündin.
    Dann kommt es zur Befruchtung. Dabei geht es wieder nach dem Zufallsprinzip: Das Spermium, welches die Eizelle als erstes erreicht, befruchtet sie. Das bedeutet, dass die reine "Pudel-Eizelle" von dem reinen "Pudel-Spermium" befruchtet werden muss, damit ein genetisch reiner Pudel dabei herauskommt! Bzw. das reine "Dackel-Spermium" müsste die reine "Dackel-Eizelle" befruchten. Und das wäre wieder ein theoretisch mögliches, aber extremst unwahrscheinliches Ereignis.

    Ich hoffe, diese Ausführungen sind halbwegs verständlich; Genetik ist halt ziemlich kompliziert... Falls noch etwas unklar ist, einfach nachfragen, dann versuche ich, es zu erklären, sofern ich es kann.:)

    ... Genetisch betrachtet ist es also praktisch so gut wie unmöglich, dass aus zwei Mixen wieder ein reiner Rassehund entsteht. Wenn man nur nach Aussehen oder Verhalten geht (also nach dem Phänotyp), sieht es aber noch mal ein bisschen anders aus. Denn die verschiedenen Merkmale sind ja meist unterschiedlich dominant. Wenn eine Hunderasse, z. B. der Pudel, nur mal so als Beispiel, über viele Körpermerkmale verfügt, die sich sehr stark durchsetzen, beispielsweise das gelockte Fell, die langen Beine etc., kann es natürlich sein, dass die Mischlingsnachkommen dem Pudel-Elternteil wesentlich ähnlicher sehen als dem anderen Elternteil. Aber das macht sie noch längst nicht zu reinrassigen Pudeln. Genetisch gesehen bleiben sie trotzdem Mischlinge, und sie können auch Merkmale ihres anderen Elternteils an ihre Nachkommen weitervererben, selbst wenn diese Merkmale bei ihnen selbst nicht sichtbar sind.

    Liebe Grüße
    Amica
     
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  4. Schnaufnase

    Schnaufnase Stammuser

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    Aus zwei Dackelmischlingen kann theoretisch wieder ein reinrassiger Dackel werden, wenn von den ca 19300 Genen beim Hund genau die Dackelgene "ausgewählt" werden.

    Die Stochastik sagt: das ist nahezu unmöglich. Die Wahrscheinlichkeit ist bei jeder mir bekannten Verteilungskurve so wahnwitzig klein, dass die in der Genanalyse übliche 1:1000000-Beschreibung noch um einige Nullen zu kurz gegriffen ist.
     
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  5. Silkies

    Silkies Stammuser

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    Dazu kommt noch, dass in der F1-Generation - also der ersten Mixgeneration, also Rassehund x Rassehund - die Hunde noch recht gleichmäßig sind. Was bedeutet, je nach dem, was sich wie dominant (bzw. gekoppelt) vererbt, bekommen sie meist ein ähnliches Äußeres ab. Der "andere Teil" schlummert ja unerkannt in den Genen, ohne erst mal äußerlich in Erscheinung zu treten. In der F2-Generation sieht das schon wieder anders aus, da kommen dann nämlich je nach Kombination schon die ersten nicht dominanten Eigenschaften wieder zum Vorschein, zumindest wenn sie von Vater und Mutter zufällig zusammentreffen. Und ab F3 wird es dann wieder richtig bunt :D

    Es ist also zwar gut möglich, dass aus Mixeltern zunächst mal Junghunde hervorgehen, die einer der Ausgangsrassen äußerlich total gleichen. Kreuzt man dann aber diese beiden, optisch total rassemäßig aussehenden Mixe, dann hat man plötzlich einen lustigen Wurf Mischlingswelpen liegen.
     
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  6. Amica

    Amica Stammuser

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    Wobei die Mixeltern ja schon F1 wären, und die Nachkommen der Mixeltern dann F2. Das heißt, die Pudel-Dackel-Mix-Eltern aus Entenwackeles Beispiel entsprächen der recht einheitlichen Generation, und deren Welpen entsprächen der bunt gemixten Generation, in der alle möglichen rezessiven Merkmale schon wieder "hervorbrechen" können...
     
  7. T S
    Entenwackele

    Entenwackele Stammuser

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    Vielen Dank für Eure Antworten :)
    ...also in der Theorie ja,in der Praxis so gut wie unmöglich.
    Die Ausführungen waren mehr als verständlich,ich habe keine Ahnung von Genetik,und selbst ich habe es sofort verstanden ;)
     
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  8. T S
    Entenwackele

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    Dazu habe ich jetzt nochmal eine Frage,es gibt ja diese ganzen neuen"Designer-Rassen"wie Maltipoo,Goldendoodle,Labradoodle,Puggle,etc.
    Wie kriegen die Züchter das da hin,dass die alle zumindest relativ gleich aussehen?
    Werden diese Designer-Rassen immer aus reinrassigen Eltern gezüchtet,also sprich z.B. Labbi und Pudel=Labradoodle,oder werden die auch aus schon vorhandenen Labradoodle gezüchtet?
    Denn wenn die Welpen mit jeder Generation immer "bunter "werden,dann wäre es ja wirklich schwer,zu kalkulieren,was rauskommt,wenn man mit schon vorhandenen Labradoodle züchtet...
     
  9. Silkies

    Silkies Stammuser

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    @Amica Da hast du mich bei einer ungenauen Ausdrucksweise erwischt. :oops: Mit Mixeltern meinte ich natürlich nicht Mischlinge als Eltern, sondern ein gemischtes Elternpaar, hatte weiter oben das mit den F1 ja sogar selbst erklärt *mir vor den Kopf hau*

    Und das ist es auch, zumindes so lange bis eine Rasse sich durch entsprechende Selektion stabilisiert hat. Natürlich sehen Labradoodles nicht ganz so "bunt gemischt" aus wie etwa Schäferhund-Bassets, die Aldington in seinem Buch "Von der Seele des Hundes" als Beispiel beschreibt. Immerhin sind die verwendeten Labbis und Großpudel beide ähnlich groß, meist auch beide hell, beide mit Hängeohren etc. Aber schon beim ursprünglich angestrebten Merkmal "nicht haarend" scheitert das ganze mit schöner Regelmäßigkeit.
     
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  10. Schnaufnase

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    Normale Labradoodle sind wohl (fast?) immer F1.
    Australian-Labradoodle-Züchter wollen eine Rasse etablieren und machen entsprechende Zuchtauswahl. Wenn man das mit einer geschickten Auswahl anstellt und über längere Zeit mit Einkreuzungen der Ausgangsrasse arbeitet, dann kann man recht schnell eine einigermaßen stabile und einheitliche Population aufbauen. Aber dafür ist ein wenig züchterisches Geschick da.

    Der Kromfohrländer beweist, dass das sogar recht schnell gehen kann. Allerdings haben die von Anfang an auf Einkreuzungen verzichtet, was sich nun aus meiner Sicht fürchterlich rächt. Da wäre eine weniger schnelle Vereinheitlichung deutlich besser für die genetische Gesundheit gewesen. (Ganz abgesehen davon, dass die damals von der "Einheitlichkeit" des F1-Wurfes so angenehm überrascht waren. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Züchter über Vererbung wissen müssen. Wenn die ihren Mendel gelesen hätten ...)
     
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