In der Erziehung versagt, wenn man den Hund nicht ableinen kann?

Erster Hund
Julie/ Labbimix (7)
Zweiter Hund
Dobby/ Mix 04/17
Auf den üblichen Gassiwegen meinte ich...:D

Meine Bekannte hat ihren Hund so gut wie immer angeleint, weil der Rückruf so lala ist. Sie findet das aber recht blöd, sie sagte mal, sie fühlt sich so, als sei das ihre Schuld. Dass sie in der Hinsicht in der Erziehung versagt hat:(
Hab mich da mal selbst zitiert, weil es mich interessiert...:oops:
Mir kam der Gedanke meiner Bekannten nämlich auch schon mal...wenn Julie immer mal den Rückruf ignoriert:(
Hat man selbst dahingehend “versagt“? Bei der Bekannten sagt das Umfeld dann gern “ist halt ein Straßenhund“, die ist selbständig... aber ist das nicht zu einfach?
 
Naja ... nen Straßenhund würde ich wohl grundsätzlich nicht ableinen, weil ich tatsächlich Angst hätte, dass der abhaut ...
Aber ja, ich bin schon der Meinung, dass man selbst versagt hat. Ich habe das selbst bei Linda erlebt. Ich war nicht in der Lage ihren Jagdtrieb unter Kontrolle zu bekommen und durch ihre enorme Unverträglichkeit mit Beschädigungsabsichten war ein ableinen nur zum Schluss möglich. Traurigerweise war das der Zeitpunkt, als sie dement wurde und eben das Interesse am Jagen und an anderen Hunden verlor. Heute weiß ich, dass ich einfach nicht energisch genug war und viel zu schnell aufgegeben habe den Rückruf sicher zu trainieren (aus Faulheit vermutlich). Bei Daisy hatte ich zwar den enormen Vorteil, dass sie mich als ihren Mittelpunkt des Lebens betrachtete, aber da habe ich den Rückruf bis zum erbrechen geübt, weil ich in der Hinsicht einfach nicht noch einmal versagen wollte.
 
Erster Hund
Ronja, Kl.M. (+2016)
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Dritter Hund
Rico, Kooiker(*2016)
Ich finde nicht, dass man das pauschalisieren kann. Sicherlich macht man es sich zu einfach, wenn man sagt "Das ist halt ein Sraßenhund, der wird nie zuverlässig abrufbar sein" - und das dann als Ausrede nimmt, den Rückruf gar nicht erst sauber aufzubauen. Aber auch wenn man sagt "Wer seinen Hund nicht in jeder Situation abrufen kann, hat versagt", macht man es sich meiner Meinung nach zu einfach.
Zuerst mal: Wann muss denn eigentlich der Rückruf zu hundert Prozent sitzen? Sprich, wie alt muss der Hund mindestens sein, dass man das erwarten kann? Allein das hängt meines Erachtens schon stark vom Individuum ab. Große Hunde brauchen im Allgemeinen deutlich länger, bis sie geistig gänzlich erwachsen geworden sind.
Und dann sind Hunde auch von ihrer Persönlichkeit so wahnsinnig unterschiedlich. Hund A ist extrem menschenbezogen, interessiert sich für andere Hunde nicht so wahnsinnig und Jagdtrieb hat er auch keinen. Hund B hat extremen Jagdtrieb und ist vom Charakter her eher eigenständig. Ich finde, zwischen der Erziehung von Hund A und Hund B liegen Welten! Wenn Hund A, sagen wir mal, fünf Jahre alt ist und immer noch nur zu 60% abrufbar, dann kann man wahrscheinlich wohl sagen, dass der Besitzer in der Erziehung versagt hat. Wenn Hund B dagegen im Alter von zweieinhalb Jahren nur zu 60% abrufbar ist, sieht die Situation dagegen (meiner Meinung nach) ein bisschen anders aus.

Und schlussendlich sind Hunde keine Roboter, sondern Lebewesen mit ihrem eigenen Kopf. Ich finde nicht, dass man in der Erziehung versagt hat, nur weil der Hund in einer ganz bestimmten Situation, die ihn eben in eine extreme Erregung versetzt, nicht abrufbar ist. Vielleicht ist dann die Erziehung nicht ganz perfekt gelaufen. Aber "versagt" finde ich zu hart ausgedrückt.

Ich finde es am wichtigsten, dass man sich nicht zurücklehnt, sondern permanent an den "Baustellen" seines Hundes weiterarbeitet. Und dass man im Alltag realistisch einschätzt, wann man seinen Hund offline laufen lassen kann und wann nicht.

Liebe Grüße
Amica
 
Erster Hund
Julie/ Labbimix (7)
Zweiter Hund
Dobby/ Mix 04/17
Zuerst mal: Wann muss denn eigentlich der Rückruf zu hundert Prozent sitzen? Sprich, wie alt muss der Hund mindestens sein, dass man das erwarten kann?

Und dann sind Hunde auch von ihrer Persönlichkeit so wahnsinnig unterschiedlich. Hund A ist extrem menschenbezogen, interessiert sich für andere Hunde nicht so wahnsinnig und Jagdtrieb hat er auch keinen. Hund B hat extremen Jagdtrieb und ist vom Charakter her eher eigenständig. Ich finde, zwischen der Erziehung von Hund A und Hund B liegen Welten! Wenn Hund A, sagen wir mal, fünf Jahre alt ist und immer noch nur zu 60% abrufbar, dann kann man wahrscheinlich wohl sagen, dass der Besitzer in der Erziehung versagt hat. Wenn Hund B dagegen im Alter von zweieinhalb Jahren nur zu 60% abrufbar ist, sieht die Situation dagegen (meiner Meinung nach) ein bisschen anders aus.
Hängt es nicht auch zum großen Teil davon ab, woher der Hund kommt (Ausland/ Privatabgabe in Deutschland...) und in welchem Alter man ihn übernommen hat? Und auch, was der Hund bisher erlebt hat?

Ist ein Hund, den man als Welpe bekommen hat und der im Alter von 2,5 Jahren nur zu 60% abrufbar ist, nicht anders zu bewerten als ein Hund, der mit 3 Jahren aus dem Ausland übernommen wurde und nach weiteren 2,5 Jahren nur zu 60% abrufbar ist?
 
Erster Hund
BalouDackelMix8.3.11
Zweiter Hund
Mogli, JRT,21.10.12
Dritter Hund
HermanPodiMix16.6.14
Ich finde nicht, dass man in der Erziehung versagt hat wenn der Hund nicht überall abgeleint werden kann. Manche Hunde machen es ihrem Menschen einfach: Sie sind Menschenbezogen und haben keinen Jagdtrieb, andere sind eigenständig und lassen sich nicht leicht beeindrucken.

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach, dass man seinen eigenen Hund einschätzen kann und abwägt wo man ihn ableinen kann.

Ich würde sagen, dass es hauptsächlich am Hundetyp liegt wie gut er abrufbar sein wird. Ein leichtführiger Hund wird auch gut abrufbar werden wenn man ihn erst als erwachsenen Hund übernimmt, ein eigenständiger aber auch nicht wenn er als Welpe einzieht.
 

Yacco

Gast
Es ist doch egal ab wann der Hund auf einen Rückruf 100% hört.
Das zu trainieren hast du Lebenslang Zeit.
Da würde ich mir,/dem Hund keinen Streß mit machen.

Wichtig ist doch nur. Solange der Rückruf nicht klappt.
Muß der Hund an die Leine.

Was eigentlich Schade ist.
Ich hatte mit Yacco auch einmal.eine Phase, der hörte nicht.
Gut Schlepp dran njx mehr offline.
Obwohl die Schlepp 13 m lang war.
Es war eine Leine, für Hund und Mensch eine Einschränkung.
An der Ostsee konnte man so richtig erkennen wo der Unterschied ist.
Will man nicht zum klassischen " Tut nix " HH mutieren, lohnt sich das Training.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erster Hund
Andy/Mix ( 7 Jahre)
Ich stelle mal ganz ketzerisch die Frage:
Muss der Hund ableinbar sein? Ist das mein oberstes Erziehungsziel?
Die Frage hat sich mir nämlich neulich gestellt, als Andy seinen vorbildlichen Tag hatte und im kleinen Radius sehr entspannt offline war. Ich habe mich in dem Moment gefragt, was er jetzt anderes oder besseres macht als an einer 10-Meter-Schlepp.
Die Antwort ist: Genau nichts!
Der einzige Unterschied wäre zu sehen, wenn jetzt ein Hase aufspringt.
Andy ist sehr bewegungsfreudig und ich Leine ihn auch deshalb ab, damit er mal richtig Gas geben kann. Aber es gibt ja viele HH, die ganz stolz erzählen, dass sie viel Arbeit hinein gesteckt haben, ihren Hund fast immer ohne Leine laufen lassen zu können, der Hund aber nie weiter als 10m weit weg darf.
Und da gebe ich zu, für so wenig Mehrwert würde ich es nicht tun.
Ich finde es auch ehrlich nicht so wichtig, ob ein Hund ableinbar ist, solange er anderweitig seinen Freilauf (z.B. eingezäuntes Grundstück) hat.
 
Da spielen so viele Faktoren mit rein. Hundetyp, Sozialisierung, Erfahrungen&Erlebnisse, Umgebung, Haltertyp, Trainingsgeschichte... Natürlich kann es sein, dass man in der Erziehung versagt hat wenn man einfach keinen vernünftigen Rückruf hinbekommt. Kann aber auch sein, dass man ein echt genialer Hundehalter ist wenn man auch nur ansatzweise so was wie einen Rückruf ohne Ablenkung hinbekommt. Beispiel, frei erfunden: Ein Hundehalter übernimmt einen super sozialisierten Pudelwelpen, lebt in einer ablenkungsarmen Umgebung, und bekommt es trotzdem nicht hin, dass der Hund auf Ruf zurückkommt - klares Versagen des Hundehalters. Während der Hundehalter, der den völlig verstörten erwachsenen Galgo übernimmt und der in einem wildreichen Gebiet lebt wirklich was geleistet hat, wenn er diesen Hund irgendwann unter gut kontrollierten Bedingungen mal ableinen kann.
 

Yacco

Gast
Aber solange der Hund an der Leine bleibt, ist es doch völlig in Ordnung?
Wobei ich nicht sage, das ich dies für gut halte.
 



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