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Der Welpe kann ja nix dafür - die Mitleidsmasche der Hundemafia

Dieses Thema im Forum "Augen auf beim Welpenkauf !" wurde erstellt von Kailyn, 19. August 2013.

  1. Kailyn

    Kailyn Stammuser

    Beiträge:
    3.133
    Ort:
    Berlin
    Erster Hund:
    Pogo, Pitbull-Herder(8)
    Zweiter Hund:
    Sheeva, Japanspitz-Husky(9)
    Genau das ist es, was alles im Teufelskreis gefangen hält: Die Einstellung "Der Welpe kann ja nichts dafür (...also nehme ich ihn, er ist ja schon auf der Welt...)"

    Das hört sich jetzt vielleicht böse an, aber es ist diese Naivität, die Tierleben kostet. Der völlig infantile Glaube daran, dass man tatsächlich etwas Gutes getan hätte. Man nimmt diesen Welpen auf, weil man sich denkt, er kann ja nichts dafür, er hat doch ein Recht auf Leben und glaubt allen Ernstes daran, man hätte ihn damit "gerettet" und etwas Gutes getan.

    Was hat man tatsächlich getan?

    Dem Vermehrer Geld in den Hintern gesteckt. Denn es ist ihm völlig egal, was mit seinen Hunden passiert. Jeder Cent, der an Händler und Vermehrer gezahlt wird, kostet unzähligen Mutterhündinnen die Lebensqualität und zahlreichen Welpen, die neu geboren und schlecht versorgt werden, das Leben.

    Früher war die Masche der Vermehrer und Händler, auf die geringen Kosten zu setzen. "Welpen jeder Rasse, zu einem günstigen Spottpreis, ein echtes Schnäppchen!"
    Und die Leute griffen zu, sie kauften sich ihre billigen Rassewelpen, weil sie glaubten, seriöse Züchter, bei denen Rassewelpen 1000 Euro und mehr kosten, würden Käufer doch nur übers Ohr hauen und der Preis sei ungerechtfertigt hoch für einen Hund. Wirklich? Wirklich??? Zu hoch? 1000 Euro für ein Leben ist also zu viel? Indem man nur 150 Euro zahlt, zeigt man sehr deutlich, wie viel einem das Leben eines Tieres wohl tatsächlich wert ist. Man degradiert es zur billigen Massenware. Jemand, der nicht Willens ist, auch eine kleine Stange Geld für einen gesunden Welpen aus einer seriösen, geprüften Zucht hinzublättern, zeigt damit nicht nur seine Geringschätzung gegenüber einem Tierleben, er trägt auch eine Mitschuld am Leid von Hunden, wenn er sie aus einer Hinterhofzucht oder vom Händler kauft.

    Heute heißt die Masche dagegen Mitleid. Herzzerreißende Stories werden einem auf die Nase gebunden. Kleine, süße, viel zu junge Welpen mit schwerem Schicksal, die nur "schweren Herzens abzugeben" sind und unbedingt eine tolle, neue, liebevolle Familie suchen, in denen sie glücklich werden können. Und die Leute kaufen. Die armen Welpen. So klein, der Händler so ein Mistkerl, aber die Welpen können ja nichts dafür, die armen Würmchen. Wir nehmen sie mit. Wenigstens einen. So hat man das unsäglich tolle Gefühl, ein Leben gerettet zu haben.

    Und der Händler denkt sich nur eines: "Wieder ein Blödmann, der drauf reingefallen ist. Decken wir die nächste Hündin, die nächsten armen Würmchen warten schon darauf, dass sie jemand aus Mitleid kauft."

    Wer an einen Händler oder Vermehrer geraten ist und dort einen Welpen gegen Geld mitnimmt, ist schuldig. Punkt. Schuldig. Er ist ein Unterstützer von Tierquälern. So sieht die Realität aus, so ist die Wahrheit. Jeder Taler ist ein Gewinn für den Händler, jeder Taler hält die Maschinerie am Laufen. DEIN Geld steht sinnbildlich für die ausgebeutete Mutter der Welpen, DEIN Geld steht sinnbildlich für Welpen, die zu früh von der Mutter getrennt werden, DEIN Geld ist es, das quälerische Transporte in alle Herrenländer finanziert, DEIN Geld steht sinnbildlich für den Tod unzähliger Hunde.

    Sehr viele Leute wissen zu Beginn nicht, an welche Machenschaften sie da geraten sind. Aber es zu wissen und dann trotzdem zu kaufen - entschuldigung, aber das halte ich wirklich für dumm.

    Es gibt nur eine richtige Handlung: Anzeigen. Polizei, Veterinäramt, Tierschutz, meinetwegen sogar PETA, aber Hauptsache DRUCK! So viele Details wie möglich sammeln, dokumentieren und offenlegen und sich nicht abwimmeln lassen, nach Möglichkeit Unterstützer um sich scharen, die mit Druck ausüben. Sammelanzeigen kann selbst die Polizei nicht ignorieren.
    Sobald man jedoch einen einzigen Welpen dort kauft, hat man (mit sehr viel Glück, denn sicher ist das ganz bestimmt nicht) eventuell EIN Leben gerettet. Und unzählige zu einem Leben in Finsternis, Vernachlässigung und Qual verdammt und wahrscheinlich auch zu einem grausamen Tod. Ein Händler oder Vermehrer schert sich nicht darum, ob seine Hunde gesund sind. Sie sollen Profit bringen, mehr nicht. Impfausweise werden gefälscht, Entwurmungen haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie stattgefunden. Ein Großteil solcher Welpen wird krank verkauft, ein nicht zu unterschätzender Prozentsatz dieser welpen verstirbt nur wenige Zeit später. Viele leiden unter Langzeitschäden, ob psychisch oder physisch. Organschäden, gelenkprobleme, Verhaltensauffälligkeiten. Die Geschichten, die gut ausgehen, sind rar gesät.

    Es mag einem schwerfallen, bei solchem Leid keinen Welpen mitzunehmen, denn man wird sich zwangsläufig fragen: Was passiert mit den Hunden, wenn ich keinen davon mitnehme? Und ja, es ist gerechtfertigt, wenn man dabei Wut und Verzweiflung verspürt, aber zu kaufen ist NIE richtig. Richtig ist es, diesem Händler oder Vermehrer den Hahn abzudrehen. Das heißt nicht nur anzeigen, wie oben bereits erwähnt, sondern dringend auch WARNEN! Aufklären, andere davor warnen, das ist sehr wichtig.

    Ein Welpe käme mir immer nur von einem Züchter oder aus dem Tierheim ins Haus, eine andere Option gibt es für mich nicht. Tierheim käme sogar noch vor Züchter. Es mag sein, dass es hier und da vereinzelt private Anzeigen gibt, hinter denen keine Maschinerie oder völlige Gedankenlosigkeit steht. Mir jedoch ist die Gefahr zu groß. Oberste Prioritäten beim Kauf sollten doch Gewissen, Gesundheit und Vernunft sein und nicht der Preis.
     
  2. Benutzer472

    Benutzer472 Gast

    Beiträge:
    661
    Dem stimme ich 1 zu 1 absolut zu. Schoen geschrieben. :danke:
     
  3. Ninina

    Ninina Newbie

    Beiträge:
    13
    Ort:
    Kreis Plön (Schleswig-Holstein)
    Erster Hund:
    Foxi/ Australian Silky (5)
    Da hast du absolut recht!
    Ich selber gucke auch lieber bei Züchtern oder Tierheimen anstatt im Internet.
    Ich kenne so viele Leute deren Hunde auch unfreiwillig Welpen bekommen (unsere damalige Hündin leider auch).
    Aus diesem Grund, und nur aus diesem Grund, ist mein Hund auch kastriert. Ich finde es gibt zu viele Herrenlose Hunde auf der Welt und zu viele die schlecht behandelt werden.
    Hunde kastrieren zu lassen ist immer die beste Wahl damit man dem Welpenboom auch vorbeugen kann. Zwar sind diese (vllt. zu unaufgeklärten) Hundehalter jetzt nicht darauf aus mit den kleinen Geld zu machen, aber sie sind genauso Schuld daran, dass so viele Hunde eben kein gutes Zuhause bekommen.
    Danke das du so einen tollen Text verfasst hast, ich war total gefesselt von dem Gelesenen :danke:
    LG Ninina
     
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