Bräuchte Hilfe ! Mein Welpe (10 Wochen) alt,beißt und ist aggressiv gegenüber der Familie

Erster Hund
Boxer
Zweiter Hund
Golden retriever
Dritter Hund
Havaneser tibet terr
Nochmal ein liebes Hallo ,
Ich bin neu hier, und sehr freudig gespannt auf euch alle. Ich habe ein sehr großes Problem, und weder ich noch mein Tierarzt wissen nicht mehr weiter. Mein Neuzugang KNUT ein 10 Wochen alter Havaneser tibet terrier benimmt sich seid 2 Wochen komisch. Es ist ein ganz lieber kleiner Kerl, aber egal ob im Haus oder im Garten, als wenn es irgendein Trigger gibt, beißt er in die Kleidung, reisst daran,knappt einem egal was er bekommt ,auch ins Gesicht, schaukelt sich derart aggressiv hoch ,daß er nicht mehr zu stoppen ist. Wie ein kampfhund der losgelassen wurde. Meine Mutter wie auch ich sehen schon ziemlich rampuniert an Händen und Armen aus ,weil die Attacken schon Spuren hinterlassen. Irgendwann lässt er ab,und 5min später kommt er zum knuddeln als wenn nie was war. Das ganze geht manchmal 3- 5 mal am Tag.
Wir wissen langsam keinen Rat mehr, dachte schon an schmerzen durch das Zahnen, aber glaube ich nicht nicht so aggressiv.
I ch hoffe es hat von euch jemand einen Rat für mich, möchte ihn ungern abgeben. 😔
 
Moment... Jetzt musste ich mal kurz schlucken. In welchem Alter hast du deinen Welpen abgeholt?
Das Tierschutzgesetz schreibt nicht umsonst ein Mindestalter von 8 Wochen bei Abgabe vor.
Und das könnte dann auch schon Teil deines Problems sein.

Ich würde mich schnellstmöglich um Kontakt zu gleichaltrigen Artgenossen kümmern, damit du die Sozialisierungsphase deines Hundes noch nutzen kannst.
Beißen ist für Welpen grundsätzlich normal. Wann es zu doll ist, müssen sie lernen. Das geht am besten mit den Geschwistern und der Mutter, aber da der Zug nun abgefahren ist, bleibt nur für bestmöglichen Ersatz zu sorgen.
 
Hallo Gespenst und vielen Dank für deine Antwort. Ja leider habe ich den kleinen mit Anfang 8 Wochen schon bekommen. Ich kenne das auch anders. Das man Welpen bis zur 12 Woche bei der Mutter lässt. Ich gehe jetzt mit dem kleinen in die Welpenschule und hoffe das dies helfen wird. Wobei ich Angst habe das er die anderen Hunde auch so aggressiv anfällt.
 
Wenn gesundheitliche Ursachen ausgeschlossen werden können, wovon ich ausgehe, wenn ein Tierarzt bereits eingebunden wurde, dann würde ich dir dringend empfehlen einen Einzeltrainer (z. B. hier: https://ibh-hundeschulen.org/, https://trainieren-statt-dominieren.de/) zu kontaktieren. In gewissem Maß ist es normal das Welpen zwicken, da sie die Beißhemmung erst erlernen müssen, aber wenn ein Welpe dieses Verhalten unverhältnismäßig häufig sowie in hoher Intensität zeigt und es sich nicht unterbrechen lässt, dann steckt da mehr dahinter. Euer Zwerg scheint auf einem enorm hohen Erregungsniveau zu sein und den Stress im Körper nicht ausreichend abbauen zu können.
Ein Trainer vor Ort wird sich euren Tagesablauf ansehen, die Vorgeschichte des Hundes, wie mit dem Hund umgegangen wird, sich die Situationen ansehen die ihn triggern, auf Ursachenforschung gehen, usw. Das ist ein Gesamtbild, das sich aus einzelnen Puzzlestücken zusammensetzt, die sich gegenseitig beeinflussen und basierend darauf wird ein Trainings- und Managementplan erstellt. Es gibt kein Schema F bei dieser Thematik. :)

Lass dich bitte nicht verunsichern. Der Zug ist nicht abgefahren, wenn er erst 10 Wochen alt ist. Beisshemmung Artgenossen gegenüber lernen Welpen u. a. im Spiel mit anderen Welpen. Die Mensch-Hund Beisshemmung ist jedoch ein anderes Thema. Zu deiner Beruhigung. Mein Bub kam mit ca. 13 Wochen zu mir und war angstaggressiv. Ich sah aus wie ein Schweizer Käse. Ihn hat es damals schon getriggert (also das Verhalten ausgelöst) wenn man nur an ihm vorbeiging.

Was du nicht tun solltest: Ihn anschreien, körperlich "bedrohen", mit Wasser bespritzen, Gegenstände vor die Pfoten werfen, u. ä. Damit verschlimmerst du das Ganze noch mehr. Diese Einschüchterungsstrategie (= positive Strafe (etwas unangenehmes wird hinzugefügt)) funktioniert zwar bei manchen Welpen/Hunden, aber es gibt auch Hunde die sich nicht einschüchtern lassen und dann erst recht hochfahren. Unabhängig davon fördert es nicht gerade das Vertrauen deines Hundes in dich und kann sich dann auch an anderer Stelle "entladen" - die Stresshormone im Hundekörper lösen sich dadurch ja nicht in Luft auf.

Nachfolgendes sind nur allgemeine Tipps. Über das Internet kann man dir da ohne das Gesamtbild zu kennen keine Hilfestellung geben.

Was du tun kannst: Sorge dafür das er ausreichend Ruhe- und Schlafphasen bekommt, Welpen benötigten viel mehr Ruhephasen um alles verarbeiten zu können als adulte Hunde. Bei Welpen sind es ca. 20 Stunden. Biete ihm Dinge an damit er seinen Stress abbauen kann, wie Kauartikel, Kaffeeholzwurzel, Suchspiele, Dinge zerrupfen. Schnüffeln, Kauen, Schlecken und (Kartons) zerrupfen entspannt Hunde. Vorerst keine aufregenden Spiele (Balli werfen) oder Spiele die mit schnellen und hektischen Bewegungen verbunden sind. Verhindere im Vorfeld unterwünschte Verhaltensweisen, statt deinen Hund erst unerwünschtes Verhalten zeigen zu lassen und ihn dann auszuschimpfen. (Das muss ich so allgemein halten. Ein guter Trainer zeigt dir wie das geht.) Je aufgeregter dein Welpe ist, umso ruhiger sollte man bleiben. (Das dürfte euch derzeit vermutlich schwer fallen, da ihr noch keinen Lösungsstrategien habt. Das wird euch auch ein guter Trainer zeigen.)

Für draußen: Wenn er das Verhalten draußen zeigt, dann war der Spaziergang wahrscheinlich zu lang und/oder zu aufregend und der Zwerg ist überfordert. Beobachtet den Hund und wenn es zu stressig für ihn wird (https://sprichhund.de/was-ein-stress/) geht wieder nach Hause. Es gibt eine Richtlinie (das ist kein Gesetz sondern nur eine Hilfestellung für Neuhundehalter) an der man sich orientieren kann. 5 Minuten pro Lebensmonat. D. h. bei euch sollten es in der Theorie max. 10 bis 15 Minuten je Gassirunde sein um den Welpen vor einer Überforderung zu schützen. Mit manchen Welpen kann man länger draußen bleiben, bei anderen wiederum muss es kürzer sein. Daher die Empfehlung mit dem Beobachten des Hundes. Der Ort wo ihr langgeht spielt auch eine Rolle. Je mehr Umweltreize vorhanden sind (viele Menschen, Autos, Roller, Radler, Skateboards, andere Hunde, usw.) um so schneller ist ein Welpe überfordert.

Für drinnen: Sobald er ansetzt, sofort die Interaktion ruhig mit ihm unterbrechen. D.h. wurde gerade mit ihm gespielt. Wird das Spiel sofort beendet. Ggf. aufstehen, wegdrehen, ein bis zwei Schritte weggehen. Reicht das nicht aus:

Wenn es wirklich so heftig ist wie es sich liest, dann besorgt euch ein Kindergitter für einen Türrahmen und sucht euch ein verbales Ankündigungssignal aus, das ihr dann für das Raum verlassen benutz: D. h. wenn der Zwerg anfängt aufzudrehen sagt ihr das Wort und verlasst danach sofort den Raum durch das Kindergitter und schließt es hinter euch. Wichtig ist die Ankündigung! So dass der Zwerg lernt, wenn das Wort kommt entzieht ihr euch. So kann er mit der Zeit lernen (insofern sein Stresslevel nicht zu hoch ist und er noch halbwegs denken kann), dass er sich "entscheiden" kann, dass Verhalten zu unterbrechen. Bitte das Ganze auch mit einem Kindergitter und nicht einfach eine Tür schließen. Das macht einen deutlichen Unterschied! Bei einer Tür kann der Welpe euch nicht mehr sehen und das ist nicht gut. Diese Variante ist jedoch wirklich nur für Welpen geeignet, die absolut nicht mehr ansprechbar sind und in "Raserei" verfallen. Es ist keine Standardvorgehensweise!
Üben sollte man das eigentlich auch nicht erst dann wenn ein Hund nicht mehr denken kann. Es ist im Grunde (untrainiert) eine Managementmaßnahme um zu verhindern, dass ein Welpe das Verhalten einübt.

Buchempfehlungen:
Stressfrei ins Hundeleben: Das Welpenprogramm, Leslie McDevitt
Nur Mut!: Starthilfe für ängstliche Welpen, Chrissi Schranz

 
Zuletzt bearbeitet:
Ich gehe jetzt mit dem kleinen in die Welpenschule und hoffe das dies helfen wird. Wobei ich Angst habe das er die anderen Hunde auch so aggressiv anfällt.

Eine Welpenschule macht nur das Standardprogramm. Das wird euch für das Thema Zuhause nicht helfen. Das sind zwei verschiedene Bereiche. Was deine Bedenken betrifft. Ein guter Trainer in der Huschu wird erkennen, mit welchem anderen Welpen dein Welpe zusammengelassen werden kann, bzw. ob das im Moment überhaupt geht. Es kann auch gut sein, dass dein Welpi kein Thema hat mit anderen Welpen/Hunden. Menschen und Hunde sind zwei unterschiedliche Themenbereiche.
 
Nochmal ein liebes Hallo ,
Ich bin neu hier, und sehr freudig gespannt auf euch alle. Ich habe ein sehr großes Problem, und weder ich noch mein Tierarzt wissen nicht mehr weiter. Mein Neuzugang KNUT ein 10 Wochen alter Havaneser tibet terrier benimmt sich seid 2 Wochen komisch. Es ist ein ganz lieber kleiner Kerl, aber egal ob im Haus oder im Garten, als wenn es irgendein Trigger gibt, beißt er in die Kleidung, reisst daran,knappt einem egal was er bekommt ,auch ins Gesicht, schaukelt sich derart aggressiv hoch ,daß er nicht mehr zu stoppen ist. Wie ein kampfhund der losgelassen wurde. Meine Mutter wie auch ich sehen schon ziemlich rampuniert an Händen und Armen aus ,weil die Attacken schon Spuren hinterlassen. Irgendwann lässt er ab,und 5min später kommt er zum knuddeln als wenn nie was war. Das ganze geht manchmal 3- 5 mal am Tag.
Wir wissen langsam keinen Rat mehr, dachte schon an schmerzen durch das Zahnen, aber glaube ich nicht nicht so aggressiv.
I ch hoffe es hat von euch jemand einen Rat für mich, möchte ihn ungern abgeben. 😔
Wie hier schon beschrieben wurde, müssen alle Welpen erst lernen, wie und wann sie ihre Zähne einsetzen können und dürfen.
Die Beißhemmung lernt ein Welpe normalerweise beim Spielen mit seinen Geschwistern und von seiner Mutter, die im, wenn nötig Grenzen setzt.

Häufig versuchen Welpen auch mit ihren Menschen spielerische Kämpfe zu führen und setzen ihre Zähne dabei ein.
Hier müssen auch die Hundehalter ihren Welpen Grenzen setzen und ihnen zeigen, wenn es unangemessen, oder zu schmerzhaft wird.

Ich vermute, dass eurem Welpen niemand wirklich schon beigebracht hat, seine Zähne nur kontrolliert einzusetzen und seine Aggressionen zu zügeln und Grenzen zu setzen, doch je älter der Welpe ist, desto schwerer wird er sich aber, bei seinen eigentlich spielerischen Angriffen noch korrigieren lassen.

Es gehört aber zu jeder Hundeerziehung auch eine gute Sozialisierung und diese ist offenbar bei eurem Hund noch ziemlich unzureichend.

Ich bin auch der Meinung, dass jetzt Kontakte zu anderen Hunden unbedingt nötig sind und besonders Spiele mit gleich alten Welpen wichtig währen.

Aber auch die Hundeerziehung und ein regelmäßiges Training zur Unterordnung ist notwendig, um den Hund auch kontrollieren zu können.

Wie stark und mit welchen Mitteln die Angriffe von eurem Welpen nun mit Druck und Autorität unterbrochen werden müssen,
kann man aus der Ferne nicht beurteilen, dieses ist nur direkt mit dem Tier zu ermitteln, hier muss man versuchen wie und worauf der Hund reagiert.

Ich vermute, Du hast noch keine sehr große Hundeerfahrung.
Darum solltest Du vielleicht mit deinem Welpen in einer Hundeschule, oder einem Verein unter Anleitung trainieren
und auch dort in eine angeleitete Welpengruppe gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Welpenschule ist eine gute Idee, finde ich.
Gleichzeitig würde ich an der Situation daheim feilen. Auch wenn es ein kleiner Schoßhund ist, braucht er als aktiver, temperamentvoller Hund ausreichend Auslastung.
Die Ruhezeiten sind natürlich mindestens genauso wichtig und Kauspielzeug kann definitiv nicht schaden.

So ein kleiner Terrier hat natürlich ein enormes Durchhaltevermögen. Kann mir schon vorstellen, dass das Erlernen der Beißhemmung durchaus einige Geduldsfäden aufbraucht.
Da musst du dran bleiben und das Verhalten immer und immer wieder abbrechen. Was am besten fruchtet, ist Charaktersache. Mein Hund war als Welpe von einem lauten "Aua" beeindruckt. Worauf du auch achten solltest, ist, dass du beim Abbruch ruhig und bestimmt bist. Bloß nicht hektisch werden und den Hund wegstoßen, das befeuert ihn in der Regel nur in seinem Tun.
 
(eine abgabe mit 8 wochen ist legitim und völlig normal.. hab mal nen wurf doggen oder malis bis zur 12. woche zuhause..🥵😶‍🌫️
wollte ich nur mal einwerfen.. )

Richtig (zumindest bei uns in AT) und die wichtigste sensible Phase erreicht ihren Höhepunkt eh ungefähr in der 7. Lebenswoche. Sie geht zwar danach noch weiter, aber von ca. der 4 Woche bis zur 7. Woche ist die "Sozialisierung" einfacher. Das Einzige was bei der Abgabe von 8 Wochen ungünstig ist, dass das ungefähr der Zeitpunkt ist, ab wann ein Welpe in die "Angstphase" kommen kann.
 



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